Bergstraße

Zwischenbilanz Kreisbeigeordneter Karsten Krug über Verkehr, Haushalt und Naturschutz

Kreisfinanzen: Auch im kommenden Jahr keine großen Sprünge möglich

Archivartikel

Bergstraße.Die Steuerkraft der Bergsträßer Kommunen rangiert auf einem konstanten Niveau. Die aktuelle Entwicklung zeige, dass in naher Zukunft weder große Steigerungen noch empfindliche Einbußen zu erwarten seien, sagte Kreisbeigeordneter Karsten Krug im Gespräch mit dieser Zeitung. Im Haushalt 2020 seien daher „keine großen Sprünge“ möglich, so der 42-Jährige beim Termin im Auerbacher Fürstenlager. Es sei eine Herausforderung, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, ohne so an den Stellschrauben der kommunalen Umlagen zu drehen, dass es den Städten und Gemeinden richtig wehtut. „Die Luft wird immer dünner.“

Für das Sommergespräch im Luftkurort lud Krug in das schmucke Herrenhaus ein. Die zentralen Themen: Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Naturschutz und Finanzen natürlich. Der zuständige Dezernent meldet eine stabile Entwicklung mit einem prognostizierten Überschuss im laufenden Jahr: Statt mit den geplanten zwölf rechne man nun mit circa 15 Millionen Euro. „Die Erwartungen werden geringfügig übertroffen.“

Spürbare Belastungen

Damit sieht Krug die weiterhin positive Entwicklung der Finanzen des Kreises Bergstraße bestätigt. Der Konsolidierungskurs in der Koalition zeige Wirkung. Die Überschüsse könnten zum Abbau der Altdefizite aus Vorjahren verwendet werden.

Als spürbare Belastungen des kommenden Haushalts nennt er die Ausgaben für die Eingliederungshilfe auf Kreisebene sowie die Landesinitiative „Starke Heimat Hessen“, die sich positiver anhört, als sie ist. Denn die hessischen Städte sollen ab 2020 gemeinsam eine sogenannte „Heimatumlage“ von rund 200 Millionen Euro pro Jahr aufbringen. Das geplante Programm des Hessischen Finanzministeriums sieht vor, künftig die Hälfte der rund 400 Millionen Euro aus der Gewerbesteuerumlage für das Landesprogramm zu verwenden und für konkrete Projekte an Städte Kreise und Gemeinden zu verteilen. Im Kreis Bergstraße führe dies zu Mindererträgen in Höhe von rund einer Million Euro im Jahr.

Zu Karsten Krugs prominentesten Aufgabenbereichen gehört auch der ÖPNV. Die Laufzeit des letzten Nahverkehrsplans für den Kreis Bergstraße endete 2018. Im Januar fiel der Startschuss für die Fortschreibung des Vorhabens, das bis 2013 - fünf Jahre lang – Bestand haben wird. Krugs Prämisse: Die Bürger sollten sich im großen Stil daran beteiligen. Dies sei auch gelungen, betont der hauptamtliche Beigeordnete und verweist auf rund 250 Beteiligte mit mehr als 320 Themen, die während der Offenlage bis Mitte April dieses Jahres gesammelt wurden. Weitere Beteiligungsrunden sind für Ende August vorgesehen.

Ein-Euro-Tarif fürs Ruftaxi

Im Zuge der neuen Planung will Krug das Konzept auf neue Beine stellen: Die mobile Mindestversorgung im ländlichen Raum soll der Kreis übernehmen, während die kommunale Mitfinanzierung erst das darüber hinausgehende Angebot betreffen soll.

Zudem will Krug einen Ein-Euro-Tarif für alle Fahrten mit dem Ruftaxi einführen. Davon erhofft er sich eine gesteigerte Attraktivität für den Kunden und dadurch auch mehr Passagiere. In diesem Sinne will er das komplette Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr nach seinem jeweiligen Potenzial weiter entwickeln, darüber hinaus Lücken schließen und Linien dort verdichten, wo der Bedarf am stärksten ist.

Als zentrale „Baustellen“ im ÖPNV nennt er die Verlängerung der Linie O zwischen Darmstadt und Brandau nach Lautertal. Zu diesem Thema habe es bereits mehrere Gespräche mit der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation Dadina gegeben.

Auf der Linie Mörlenbach-Juhöhe – Heppenheim (686) soll es ab Dezember eine durchgehende Busverbindung geben.

Auch die Verbindung zwischen Lampertheim und Heppenheim werde derzeit konkret in Angriff genommen: „Hier geht es nur noch um das Wie“, so Kreisbeigeordneter Karsten Krug im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ebenfalls im Nahverkehrsplan stehe ein Prüfantrag, der eine Verlängerung der Straßenbahn von Alsbach in Richtung Bensheim zum Inhalt hat. Die Schülerbeförderung soll in Kooperation mit den Schulen Anfang 2020 optimiert werden.

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