Bergstraße

Gesellschaft Mitarbeiter kauften Tombolalose

Kübel-Schule spendet für das Hospiz

Bergstraße.„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage, zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“. Unter diesem Leitspruch kümmern sich im Hospiz Bergstraße ein Team von fast 40 Mitarbeitern für Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung sowie über 60 ehrenamtliche Helfer um bis zu zehn Gäste. Unterstützt wurde deren Arbeit jetzt durch eine Spende der Bensheimer Karl-Kübel-Schule (KKS).

Lichtdurchflutet und hell

Die Atmosphäre des im Jahr 2010 in den Weinbergen über Bensheim errichteten Hauses strahlt Geborgenheit aus. Das Gebäude ist lichtdurchflutet und hell. Nichts erinnert an ein Krankenhaus oder Pflegeheim. Die Erkrankten sollen im Hospiz so gut wie möglich ihre gewohnten Abläufe beibehalten und sich zu Hause fühlen. Gemeinsame Mahlzeiten, die von einer Hauswirtschaftskraft zusammen mit ehrenamtlichen Helfern zubereitet werden, gehören genauso dazu wie die eigenen Haustiere, die mitgebracht werden können. Im Hospiz leben zudem zwei Katzen – „Joy“ und „Pepper“ –, die durch den Garten mit Blick auf die Kirche St. Georg streifen. In der Küche können Angehörige für die Erkrankten kochen.

Feste Willkommens- und Verabschiedungsrituale, die für die Erkrankten, die Angehörigen und auch die Mitarbeiter wichtig und hilfreich sind, gehören zum Leben im Hospiz. Für jeden Verstorbenen gibt es einen Gedenkstein, der den Angehörigen in einer gemeinsamen Gedenkfeier überreicht wird.

Um die Gäste individuell zu betreuen und die Angehörigen auch über den Tod hinaus zu begleiten und zu unterstützen, ist das Hospiz auf Spenden angewiesen. „Jährlich benötigen wir etwa 300 000 Euro an Spenden, um die Kosten zu decken, die ansonsten zu etwa 95 Prozent von den Kranken- und Pflegekassen getragen werden“, erläutert Pflegedienstleiterin Margarete Keilmann.

Kunsttherapeutische Angebote

Sie fährt fort: „Daher sind wir dankbar für Spenden wie die der Karl-Kübel-Schule, die es uns möglich machen, musik- und kunsttherapeutische Angebote zu realisieren. So konnten wir beispielsweise durch Spenden einen Klangstuhl für die Gäste anschaffen. Ich danke allen Mitarbeitern der KKS, die durch den Kauf von Tombolalosen und Spenden das Hospiz unterstützt haben.“ Ein Klangstuhl ist ein Stuhl umgeben von einem Saiteninstrument für die Musik- und Klangtherapie, in dem man Musik „spüren“ kann.

Auch zusätzliche Pflegekräfte werden von den Spendengeldern angestellt. Nur so kann auf die ganz unterschiedlichen Bedürfnisse und letzten Wünsche der Sterbenden so eingegangen werden, wie dies im Hospiz Bergstraße der Fall ist. „Ich erinnere mich an ein junges Paar, die Frau lag im Sterben. Ihr letzter Wunsch war es, kirchlich zu heiraten. Wir haben es tatsächlich geschafft, innerhalb kürzester Zeit in unserem Raum der Stille eine Hochzeit zu organisieren.“

Vom Engagement beeindruckt

Die Vertreter der Karl-Kübel-Schule zeigten sich beeindruckt von diesem besonderen Ort und dem Engagement der Menschen: „Wir sind uns sicher, dass die Spendengelder sinnvoll genutzt werden.“ Dies werde auch in der Gedenk-Ecke deutlich, die Margarete Keilmann den KKS-Vertretern zeigt. Dort heißt es unter anderem: „Das ist kein Haus zum Sterben, es ist ein Haus zum Leben – Leben bis zuletzt.“ red

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