Bergstraße

Stadtmarketing Die junge Frau kennt sich in der Historie schon gut aus / Inthronisation zur Festeröffnung am 8. Juni

Lampertheimer Spargelkönigin: Alina-Sophie I. besteigt den Thron

Archivartikel

Lampertheim.Die künftige Spargelkönigin, die 19-jährige Alina-Sophie Kissel, ist mit dem VW-Käfer, Baujahr 1969, sehr verbunden. Sie wurde schon in den ersten Tagen ihres Lebens darin gefahren. Nämlich als der frischgebackene Vater Thomas Kissel mit dem Oldtimer seine Ehefrau Nelli und Töchterchen Alina-Sophie vom Krankenhaus abholte. Thomas Kissel ist der Zweite Vorsitzende des Oldtimer-Clubs Lampertheim Classics und besitzt mehrere Schätzchen auf vier Rädern.

„Als ich etwas älter war, habe ich meinem Vater beim Schrauben an den Autos zugeschaut“, erinnert sich Alina-Sophie. Heute schraubt ihr 13-jähriger Bruder Philip mit, und die große Schwester darf hin und wieder eine Spritztour mit dem VW Käfer unternehmen. Auch zum Treffen mit dieser Zeitung am Geopunkt Spargelhäuschen kommt sie mit dem schmucken alten Vehikel. Und mit Blick auf die Spargelfelder plaudert die künftige Spargelkönigin über die Lampertheimer Heimatgeschichte ebenso wie die Anfänge des Spargelanbaus.

Dass der Lehrer Joseph Hiemenz um 1880 das erste Mal Spargel in Beeten angebaut hat und sein Kollege Karl Faustmann später den ersten Spargelacker bewirtschaftete. Eugen Schreiber verbesserte die Anbauweise. Martin Kärcher gründete mit Eugen Schreiber und Hermann Wegerle 1927 die Warengenossenschaft, um den Absatz des Königsgemüses zu fördern.

Die Zeit genießen

„Unsere Familie ist Mitglied im Heimat-, Kultur- und Museumsverein. Im Heimatmuseum haben wir uns die Spargelausstellung mit der Speisekarte des Luxus-Zeppelins Hindenburg angesehen, auf der Lampertheimer Bleichspargel als Gaumenfreude stand“, erklärt Alina-Sophie. Die neue Botschafterin des Königsgemüses und Repräsentantin der Spargelstadt Lampertheim hat durchaus schon eine Vorstellung davon, was auf sie zukommt. Wertvoll seien die Erfahrungsberichte ihrer Vorgängerinnen wie der noch amtierenden Christin I. Die habe gemeint, dass eine Spargelkönigin wertvolle persönliche Kenntnisse sammle und gestärkt aus der Regentschaft hervorgehe. „Ich soll die Zeit genießen, hat mir Christin I. empfohlen und das werde ich tun“, sagt die junge Lampertheimerin.

Spargelkultur näherbringen

Beispielsweise hat sich Alina-Sophie Kissel vorgenommen, vor allem den jungen Leuten die Spargelkultur näher zu bringen. Eine Wunschvorstellung von ihr ist, dass Lampertheims traditioneller Spargelanbau auch im Schullehrplan vorkommt. Von anderen Spargel-Hoheiten weiß sie, dass sie mehrere Kindertagesstätten besuchten und den kleinen Lampertheimern das Aussehen einer Spargelpflanze erklärten. „Darauf freue ich mich sehr“, betont Kissel. Ihre Oma Christa Kissel hat mit ihr verschiedene Spargelgerichte zubereitet und dabei auch Tipps zum Beispiel für die Soßenherstellung gegeben.

Zum Auftakt des Spargelfestes am Samstag, 8. Juni, wird die 19-Jährige als Alina-Sophie I. inthronisiert. Für die Krönung hat sich die künftige Spargelkönigin ein langes Kleid mit Glitzer ausgesucht. „Ein Etuikleid und ein Hosenanzug hängen auch schon im Schrank.“

Sie hat auch schon zehn offizielle Termine von der Stadt Lampertheim erhalten wie die Teilnahme an der Eröffnung des EWR-Triathlons, am Deutschen Königinnentag im nordhessischen Witzenhausen und am Traubenblütenfest in Westhofen.

Zu den Terminen werden sie ihr Vater Thomas oder ihr Opa Bernd Kissel begleiten. Besonders wenn die junge Frau im August ihre Ausbildung zur Marketingkommunikations-Kauffrau beginnt, werde sie tatkräftig von der ganzen Familie unterstützt. /sm

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