Bergstraße

Unternehmen Die Weinheimer Freudenberg-Gruppe hat angesichts der Corona-Pandemie zwei Hygienemodule entwickelt, die Keime und Viren anhalten sollen

Leistungsstarke Filter gegen Tröpfchen

Archivartikel

Weinheim.Filtertechnologie kann Viren wie SARS-CoV-2 aus der Luft und auch in Aerosolen effektiv entfernen. Neben der weltweiten Produktion von Schutzmasken trägt die Weinheimer Unternehmensgruppe Freudenberg in der Raumluft- und Fahrzeugtechnik derzeit mit effizienten Hightech-Filterlösungen und neuen Services dazu bei, das Infektionsrisiko zu senken. Zum Umgang mit mobilen Luftreinigern haben Experten wertvolle Hinweise, heißt es in einem Pressebericht der Unternehmensgruppe.

Verteilung wie Zigarettenrauch

Aerosole, die zu den Infektionsquellen zählen, schweben und verteilen sich wie Zigarettenrauch als virenbeladene Kleinstteilchen in der Raumluft. „Wirksame Lüftungsanlagen, die dem Stand der Technik entsprechen und mit den richtigen Filtersystemen ausgestattet sind, eignen sich grundsätzlich, um die Virenlast zu senken“, erklärt Thomas Caesar, Direktor Globale Filtertechnik Industriefiltration.

Filtersysteme von Freudenberg arbeiten beispielsweise mit hochleistungsfähigen Schwebstofffiltern, die Viren wie SARS-CoV-2 in Reinräumen der Pharmaindustrie oder in Krankenhäusern zu nahezu 100 Prozent zurückhalten, heißt es in dem Pressebericht weiter.

Als Reaktion auf die momentane Pandemie hat Freudenberg seinen Luftqualitätsmanagement-Service „Viledon filterCair“ um zwei Hygienemodule gegen Keime und Viren ausgebaut. Beide richten sich vorrangig an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Die zwei neuen Module beinhalten einen umfassenden Lüftungsanlagencheck mit Proben auf Anlagenoberflächen durch fachkundige Servicetechniker sowie mehrere mikrobiologische Untersuchungen. Eines der Module schließt eine gründliche Hygieneinspektion der gesamten raumlufttechnischen Anlage nach der maßgeblichen Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure ein.

Grundsätzlich sorgen mobile Raumluftreiniger über die Zeit für eine Abnahme der Konzentration von Viren in Räumen. Aber eine effektive Reduktion der Belastung wird in der Regel erst ab etwa 30 Minuten erreicht und das primär sehr lokal.

Im schlechtesten Fall können sie die Durchmischung und damit Verbreitung der Viren im Raum unterstützen, schreibt Freudenberg. Dies gelte zwar für alle Belüftungsarten, aber handelsübliche Luftreiniger seien in ihrer Reinigungsleistung im Vergleich zu langsam. Daher empfehlen Experten von Freudenberg solche mobile Geräte als Maßnahme gegen Coronaviren nur als letztes Mittel, wenn die Belüftung über die Gebäudeklimatisierung mit reiner Frischluft oder über die Fensterlüftung nicht möglich ist. Der Volumenstrom pro Stunde der Geräte sollte dann mindestens dem sechsfachen des Raumvolumens entsprechen. Außerdem brauche der Luftreiniger leistungsstarke HEPA-Filter der Klasse 14, die beim Atmen, Sprechen, Singen und Husten erzeugte Tröpfchen abscheiden können.

Mehr Frischluft auch im Auto

Zur Risikominimierung im Fahrzeuginnenraum empfehlen die Experten grundsätzlich eine erhöhte Frischluftzufuhr, um die Konzentration von Aerosolen zu verringern. Daneben seien qualitativ hochwertige Filterelemente wichtig, denn im Umluftverfahren hänge die Reinigung der Luft von Viren stark von der Effizienz des Filtrationssystems und der Luftaustauschrate ab. Kfz-Innenraumfilter der „micronAir® proTect line“, die Freudenberg für Automobilhersteller herstellt, können rund 90 Prozent der Virusaerosole filtern. Zum Aufbau der Filter schreibt die Unternehmensgruppe: Die ersten zwei Schichten fangen die Mehrheit der ultrafeinen Aerosole ein. Die optionale dritte Schicht bindet Schadgase. Zusätzlich inaktiviert eine innovative vierte, mit Fruchtextrakt beschichte Schicht nahezu 100 Prozent der erfassten Viruslast.

So werde verhindert, dass beispielsweise bei Vibrationen aktive Viren wieder in die Kabinenluft freigesetzt werden. Eine umfassende Reihe von Tests, die in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen externen Forschungsinstitut durchgeführt wurden, bewiesen dies, heißt es im Pressebericht. red

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