Bergstraße

Soziales Ehrenamtliche leisten Erste Hilfe für die Seele / Neues Ausbildungsangebot mit zwei Blockkursen im Mai und Juni

Mehr Einsätze für die Notfallseelsorger

Archivartikel

Bergstraße.Die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße ist im vergangenen Jahr zu 138 Einsätzen gerufen worden – fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Dadurch steigt auch der Bedarf an weiteren Mitarbeitenden. Die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße, in Darmstadt und im Odenwaldkreis starten deshalb gemeinsam einen neuen Ausbildungskurs.

„Allein im Kreis Bergstraße sind wie jeden zweiten oder dritten Tag im Einsatz. Unvorhersehbare Ereignisse wie Unfälle, plötzliche Erkrankungen oder Tod können jeden zu jeder Zeit ereilen. Die Notfallseelsorge ist Teil der psychosozialen Versorgung der Betroffenen. Durch Zuwendung, Orientierung und Beruhigung helfen die Mitarbeitenden in Schocksituationen über die ersten schrecklichen Stunden hinweg“, sagt die Leiterin der Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße, Pfarrerin Karin Ritter. In ihrem Team sind derzeit 61 Menschen tätig – zu zwei Dritteln Frauen. Das Durchschnittsalter beträgt 56 Jahre.

Besonders Männer gesucht

„Für den neuen Ausbildungskurs suchen wir deshalb besonders Männer, aber auch Frauen sind selbstverständlich willkommen“, betont Pfarrerin Ritter, die im Heppenheimer Haus der Kirche die Notfallseelsorge koordiniert.

Gesucht werden neue Ehrenamtliche aus den unterschiedlichsten Berufen und Bereichen, die Erste Hilfe für die Seele leisten möchten. „Wir haben Zeit für die Betroffenen, helfen den Abschied von Verstorbenen zu gestalten, leiten Notwendiges in die Wege. Auf diese Weise wird ein soziales Netz für die Betroffenen aufgebaut. Der Dienst der Notfallseelsorge und Krisenintervention wird über die Rettungsleitstelle alarmiert“, erläutert Karin Ritter. Zur Mitarbeit gehöre die Bereitschaft, regelmäßig 36 Stunden im Monat eine Rufbereitschaft zu übernehmen.

Die Ausbildung findet in diesem Jahr als zweiteiliger Blockkurs statt; der erste Teil vom 12. bis zum 15. Mai im Tagungshaus Kloster Höchst. Die Leitung haben Pfarrerin Annette Herrmann-Winter (Notfallseesorge Odenwaldkreis) und Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun (Notfallseelsorge Darmstadt). Tagungsort für den zweiten Teil vom 5. bis 7. Juni ist das Neue Evangelische Gemeindehaus in Michelstadt. Neben Heiko Ruff-Kapraun wird dann Pfarrerin Karin Ritter den Kurs leiten.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass der Besuch beider Kursteile für die Ausbildung obligatorisch ist. Der Kurs ist als Weiterbildung anerkannt, die Teilnehmer können Bildungsurlaub beantragen. Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung im Tagungshaus Kloster Höchst werden von der Notfallseelsorge übernommen. Für den zweiten Kursteil in Michelstadt sind Zimmer (zwei Übernachtungen) in den örtlichen Hotels reserviert. Dafür erbitten die Veranstalter einen Eigenbeitrag von 60 Euro pro Person. red

Info: www.notfallseelsorge-bergstrasse.de

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