Bergstraße

Ausflugsziele Der Weinheimer Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof ist wieder für die Öffentlichkeit zugänglich / Vorerst noch Einschränkungen

Mit Abstand, aber ganz nah dran an den Pflanzen

Archivartikel

Weinheim.„Die Leute werden langsam sehr, sehr unruhig“, sagt Professor Cassian Schmidt, der Leiter des Weinheimer Hermannshofes. Sechs Wochen lang war der Schau- und Sichtungsgarten geschlossen – jetzt ist wieder geöffnet. Viele Gartenfreunde hatten in den Tagen zuvor vermehrt nachgefragt, wann sie die Pflanzenpracht wieder live erleben können. Die Sehnsucht nach der grünen Oase im Herzen Weinheims ist groß. Ein ganz normaler Betrieb wie in den Zeiten vor Corona ist allerdings derzeit nicht möglich. Hinzu kommt: Vieles war kurz vor der Öffnung noch in der Schwebe. „Offenbar wird an den konkreten Auflagen für botanische Gärten in Baden-Württemberg noch gebastelt“, sagt Schmidt. „Wir fahren also – wie die Bundesregierung auch – auf Sicht“, betont er.

Sein Team hat eine Einbahn-Regelung mit einfacher Beschilderung entworfen. So soll die Einhaltung der Abstandsregel gewährleistet werden. Diese ist nämlich im Hermannshof wegen der schmalen, teils nur 2,40 bis 2,60 Meter breiten Wege nicht leicht zu gewährleisten. „Uns ist wichtig, dass die Besucher auch unter den notwendigen Einschränkungen möglichst nahe an die Pflanzen herankommen und auch die Nebenwege nutzen können und sich so auch besser im Park verteilen“, sagt der Chef des Hermannshofes. Aus organisatorischen Gründen bleibt deshalb auch der Eingang an der Grabengasse geschlossen.

Stufenweise Öffnung

Zunächst sei für zwei Wochen eine stufenweise Öffnung geplant, um erst einmal einschätzen zu können, wie viele Besucher bei einem Einbahn-Konzept pro Zeiteinheit zugelassen werden können. Schmidt geht von etwa 250 bis maximal 300 aus. Die schrittweise angepassten Öffnungszeiten werden in drei Stufen erfolgen und sehen zunächst wie folgt aus: Montag bis Freitag ist der Garten von 10 bis 19 Uhr geöffnet, am Wochenende bleibt der Garten aber zunächst noch zu. Dann kommt etwas später der Samstag hinzu und dann noch eine Woche später auch der Sonntag und die Feiertage wie Pfingsten, die dann erstmals eine besonders große Herausforderung hinsichtlich starker Besucherzahlen sein werden. Eine Einlassbegrenzung wird gegebenenfalls dann notwendig sein. „Dafür müssen wir aber auch erst einmal Leute einstellen“, sagt Schmidt. Am Muttertagswochenende, also am 9. und 10. Mai, bleibt der Hermannshof in jedem Fall zu.

Die Toiletten müssen vorerst noch geschlossen bleiben, da die Hygienevorschriften eine Öffnung nicht zulassen. „Auch haben wir die Sitzgelegenheiten im Park stark reduziert, um die Aufenthaltsdauer zu verkürzen“, sagt Schmidt.

Da der Shop im Garten zunächst noch geschlossen bleibt, wird der Hermannshof den seit kurzem eingerichteten Pflanzenverkauf über die Webseite weiter aufrecht erhalten. „Das Angebot von Pflanzen aus unserer Gärtnerei wird bisher sehr gut angenommen. Man kann aus über 100 verschiedenen, seltenen Staudenarten wählen. Es wird wöchentlich immer wieder etwas Neues in der Liste zu entdecken sein“, sagt Schmidt. vmr/ü

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel