Bergstraße

Fußball Darmstadt-98-Fan Thomas Tilger holt Wellenbrecher und Steinstufen an die Bergstraße

Mit Erinnerungsstücken bauen sich Lilienfans eine „kleine Gegengerade“

Archivartikel

Bergstraße.Einen Teil des geliebten Fußballstadions nach Hause holen – diesen Traum hat sich Thomas Tilger aus Heppenheim, Fan des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98, erfüllt. Ein Wellenbrecher und zwei Stehplatzstufen der ehemaligen Gegengerade im Merck-Stadion am Böllenfalltor zieren nun die heimische Streuobstwiese.

Auf Anhieb „infiziert“

Mit dem ersten Besuch im Stadion der 98er vor fünf Jahren hat Tilger seine Begeisterung für die Lilien und die alte Gegengerade entdeckt. „Ich hatte damals gerade mein Studium in Darmstadt begonnen und war zum ersten Mal mit Freunden da. Ich fand es toll, dass man noch bei Wind und Wetter unter freiem Himmel stehen konnte. Das kannte ich aus anderen Stadien nicht.“

Als mit dem Umbau der Gegengerade im Stadion des Zweitligisten bekannt gegeben wurde, dass die kultigen Wellenbrecher und Stehplatzstufen zum Verkauf stehen, zögerte Thomas Tilger nicht lange: Er entschied sich für den Kauf der Erinnerungsstücke. „Für die Wellenbrecher gab es einige Interessenten“, berichtet der 23-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Von den Stufen hätten jedoch seines Wissens nach nur neun den Besitzer gewechselt.

„Meine Familie und Freunde waren vor allem überrascht, als ich ihnen von meinem Kauf erzählt habe“, erzählt Tilger und lacht. Alle stellten sich die Frage: Wie sollen die schweren Stufen von Darmstadt nach Heppenheim-Hambach kommen?

300 Kilogramm schwerer Brocken

Denn bei dem 300 Kilogramm schweren und zudem sperrigen Betonteil gestaltete sich der Transport an die Bergstraße schwieriger als gedacht. Anstatt wie geplant die Teile selbst mit dem Anhänger abzuholen, musste Tilger einen Containerdienst beauftragen. „Im Januar lagen der Wellenbrecher und die beiden Stufen dann bei uns am Haus.“

Teurer Transport

Durch den Transport kamen jedoch höhere Kosten auf ihn zu, als anfangs vermutet: „Die Teile selbst habe ich für rund 300 Euro erstanden, allerdings kamen dazu noch die Transportkosten. Die waren noch einmal ähnlich teuer.“ Doch auch im Nachhinein bereue er den Kauf nicht.

Eigentlich sollte die „kleine Gegengerade“ im heimischen Garten aufgebaut werden. Der umliegende Zaun machte Tilger aber einen Strich durch die Rechnung. „Ein Nachbar hat uns dann mit seinem Traktor ausgeholfen und alles auf die Streuobstwiese gebracht.“ Dort haben Wellenbrecher und Stufen letztlich ihren Platz gefunden. „Von dort aus hat man einen tollen Blick über die Bergstraße“, schwärmt Tilger von seinem neuen Lieblingsplatz.

Trikots, Schals, aber auch Bücher und eine große Fahne hat er Zuhause – darunter viele Geschenke von Familie und Freunden und selbst gekaufte Lilien-Accessoires. Aber dieser spezifische Wellenbrecher ist für Thomas Tilger weit mehr als nur ein weiterer Fan-Artikel, den er ergattern konnte. Denn es ist genau der Wellenbrecher, von dem aus er mit seiner Cousine Kerstin Tilger und Schulfreund Christopher Ebert bei zahlreichen Spielen mitgefiebert und sich in der Halbzeit die ein oder andere Bratwurst genehmigt hat.

Es ist deutlich enger geworden

Auch beim Heimspiel am 4. August war Tilger im Stadion – dem Tag, an dem die neue Gegengerade von den Fußballfans eingeweiht wurde. „Für meinen Geschmack kann die neue Gegengerade nicht mit der alten mithalten“, so Tilger. „Weiterhin stehen wir dort zwar unter freiem Himmel, aber ansonsten ist es deutlich enger geworden.“ Beispielsweise seien die Stufen jetzt viel schmaler als die breiten, die jetzt auf der Wiese in Heppenheim-Hambach stehen.

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