Bergstraße

Unterstützung

Nach Arbeitsunfall: Welche Hilfe gibt es?

Bergstraße.Am 4. Dezember 2018 änderte sich für Sascha Krämer plötzlich alles. Während seiner Arbeitszeit im Forstbetrieb verletzte er sich bei Holzrückarbeiten. Er zog sich einen Oberschenkelbruch zu, der trotz mehrerer Operationen, Reha und weiterer Behandlung nur sehr langsam heilt. Wann der Heppenheimer wieder arbeiten kann, ist noch ungewiss. Doch der Unfall schränkt ihn nicht nur im Alltag ein, er hat auch finanzielle Folgen.

Das Verletztengeld von der Berufsgenossenschaft mit etwa 750 Euro reiche nicht aus, um die 365 Euro Miete und laufende Kosten abzudecken und von dem, was übrigbleibt, Lebensmittel zu kaufen. „Die 36 Euro Wohngeld, die ich bislang bekommen habe, decken gerade einmal die Stromkosten ab.“ Auch für einen Teil der Kosten für die Krankenkasse, rund 50 Euro, müsse er selbst aufkommen. „Ich kann nur von Glück reden, dass mein Bruder mich unterstützt. Das Geld reicht einfach nicht aus.“

Wenn das Geld knapp ist

Auf Anfrage dieser Zeitung äußert sich Johannes Bunsch, Pressesprecher des Kreises Bergstraße, zu den den Hilfeleistungen, die einem Betroffenen in einem solchen Fall zustehen: „Als finanzielle Unterstützung kommen zunächst Verletztengeld, Verletztenrente, Pflegerente und die Hinterbliebenenrente im Todesfall in Frage“, erklärt er. „Wenn das Geld trotzdem nicht ausreicht, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Leistungen nach dem SGB II zu beantragen. Wenn es noch zu wenig ist und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, hat man außerdem einen Anspruch auf aufstockendes Arbeitslosengeld II.“ Außerdem könnten medizinische Leistungen oder Leistungen zur Teilhabe am beruflichen und sozialen Leben beantragt werden, berichtet Johannes Bunsch. „Die Leistungen nach dem SGB II umfassen, pauschaliert: den Regelbedarf, die Kosten der Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe und Bedarfe für Bildung und Teilhabe für Schüler. Aktuell liegt der Regelbedarf für einen alleinstehenden Volljährigen bei 432 Euro.“

Anspruch auf Mehrbedarf möglich

Unter bestimmten Voraussetzungen habe man einen Anspruch auf einen Mehrbedarf: „Die Höhe der Kosten der Unterkunft und Heizung hängt allerdings vom Wohnort des Antragstellers und von der Anzahl der Mitglieder in der Bedarfsgemeinschaft ab“, so Bunsch. Und Arbeitslosengeld II werde nur an Personen gezahlt, die ihren eigenen Bedarf oder den, der mit ihnen zusammenlebenden Angehörigen nicht selbst decken können. „Der Anspruch wird deswegen individuell berechnet“, erklärt der Pressesprecher.

Auf die Frage, an wen sich der Leser noch wenden könne, antwortet der Pressesprecher: „Allgemein können in einem solchen Fall die Krankenkasse, die Unfallversicherung oder die gesetzliche Rentenversicherung Auskunft geben.“ ssr

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