Bergstraße

Das geistliche Wort Die alte Bergpredigt ist immer noch aktuell

Nächstenliebe statt rassistischer Reden

Archivartikel

Auch an diesem Sonntag werden wieder viele – vor allem junge Menschen – auf Straßen und Plätzen unterwegs sein. Nicht, um Partys zu feiern, wie hier und da befürchtet worden war, als in Deutschland die Kontaktbeschränkungen wieder gelockert wurden, sondern um zu demonstrieren.

Hundertausende finden sich in vielen Ländern zu Demonstrationen für Gerechtigkeit und gegen Rassismus zusammen. Sie treten ein gegen die Diskriminierung von schwarzen Menschen und „Persons Of Color“ (= Menschen mit nichtweißer Hautfarbe). Auf diesen Kundgebungen kommen Menschen aller Hautfarben zusammen, ausgelöst durch den gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA.

Rassismus war schon immer ein Thema der Menschheit. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts hat sich in dieser Hinsicht einiges getan, staatliche Diskriminierungspolitik wurde weltweit abgebaut. Doch die alltäglichen rassistischen Erfahrungen von vielen Menschen auch in Deutschland bleiben real und nehmen zu, nicht ab.

Tief verwurzelt

Die Kundgebungen möchten auch bewusst machen, wie tief rassistische Vorurteile in der Kultur, Erziehung und den Köpfen von Menschen verwurzelt sind. Wie schnell wird ja etwas als harmlos abgetan, zum Beispiel Witze über Polen, Russen oder Türken. Wie oft sind solche Witze auch auf Pausenhöfen zu hören, schon in der Grundschule. Das ist doch nicht schlimm, sagen gerade viele Erwachsene. Aber die das sagen, stecken eben nicht in der Haut derjenigen, auf die diese Witze und Vorurteile abzielen, die Hass erfahren oder sogar attackiert werden.

Eine goldene Regel

In der Bergpredigt sagt Jesus: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso.“ (Matthäus 7, 12). In der vereinfachten Übersetzung der Basisbibel heißt dies: „Genauso, wie ihr behandelt werden wollt, behandelt auch die anderen!“ Eine ganz einfache Regel, die Jesus als Grundlage jedes Tuns bezeichnet: „Das ist das Gesetz und die Propheten.“

Eine goldene Regel, die sich jeder Mensch zu Herzen nehmen sollte, ganz besonders im Umgang mit Menschen, die zum Beispiel wegen besonderer Eigenschaften, äußerlicher Merkmale, Herkunft oder Religion vielfach Spott oder Hass ausgesetzt sind.

Jesus hat damals viele solcher Menschen vor anderen in Schutz genommen. Er bleibt damit ein Vorbild. Den Mund aufmachen, rassistisches Reden nicht einfach hinnehmen und auch die eigenen Vorurteile prüfen – damit begibt man sich auf den Pfad Jesu der Nächstenliebe.

Vielleicht ist an diesem Sonntag Zeit, die alte Bergpredigt mal wieder nachzulesen, die in vielen Dingen noch sehr aktuell ist (Matthäus 5 bis 7, in der Basisbibel auch online).

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