Bergstraße

Anti-Atom-Initiativen

„Neues Konzept für das Zwischenlager“

Bergstraße.Die Bergsträßer Anti-Atom-Initiativen fordern ein neues Zwischenlager-Konzept auf dem gelände des Atomkraftwerks Biblis. „Ohne Zweifel sind viele durch das Corona-Risiko gesundheitlich akut bedroht“, schreiben Rainer Scheffler und Volker Ahlers, die Sprecher der zwei Bergsträßer Initiativen AK.W.Ende und Atomerbe Biblis in einer gemeinsamen Pressemitteilung: „Allerdings werden auch die Gefahren der Atomenergie nicht kleiner. Der hochradioaktive Atommüll, der unter anderem im oberirdischen Zwischenlager Biblis lagert, ist mit dem Atomausstieg nicht beseitigt.“

Viel länger als behauptet

Das zentrale Problem sei, dass die Zwischenlagerung des Atommülls sehr viel länger dauern werde als ursprünglich behauptet. Selbst das zuständige Bundesamt für Entsorgungssicherheit (BfE) gehe inzwischen davon aus, dass die ursprünglich geplante Zwischenlagerung von maximal 40 Jahren bis zur möglichen tiefengeologischen Lagerung deutlich überschritten wird. Für Scheffler und Ahlers ergeben sich daraus „für die Zwischenlager-Hallen und die Castor-Behälter mit hochradioaktivem Inventar enorm hohe Anforderungen“.

„Robusterer Neubau nötig“

Die Betriebsgenehmigung für das Lager in Biblis erlösche 2046. Für eine Langzeit-Einlagerung sei die schlichte Verlängerung „keineswegs ausreichend“. Ahlers: „Wir fordern deshalb die Entwicklung eines neuen Sicherheitskonzepts unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Öffentlichkeits-Beteiligung meint hier eine breite gesellschaftliche Debatte über den risikoärmsten Umgang mit der möglicherweise jahrzehntelangen Zwischenlagerung bis eine tiefengeologische Einlagerung beginnen kann.“ Nötig ist nach Auffassung der Initiativen „neben einem deutlich robusteren Neubau der Halle auch eine neue Konzeption der Castoren, die am Ende der Zwischenlagerzeit noch entladbar und transportfähig sein müssen.“ red

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