Bergstraße

Umwelt Aktion in der Bensheimer Fußgängerzone / In den Industrienationen wird viel mehr Kohlendioxid ausgestoßen, als es für unseren Planeten verträglich ist

Öko-Börse informiert über das Thema CO2-Bilanz

Bergstraße.Die „Öko-Börse Bensem“ hat zum Ziel, lokale Aktivitäten gegen den Klimawandel und für eine nachhaltigere und gerechtere Welt sichtbar zu machen.

Kürzlich befasste sich eine Aktion der Öko-Börse in der Bensheimer Fußgängerzone befasste sich mit dem Thema CO2-Bilanz: Welchen persönlichen und kollektiven Fußabdruck hinterlassen wir in unserer Umwelt? Wie sieht der weltweite Vergleich aus? Wie können wir unseren persönlichen Treibhausgas-Ausstoß verringern? Und wie könnte eine sozial verträgliche CO2-Steuer aussehen? Zu diesen Fragen konnten sich Besucher über Info-Flyer, auf Plakaten und in persönlichen Gesprächen informieren.

Der CO2-Fußabdruck stellt dar, wie viele Tonnen Klimagase ein Mensch im Jahr ausstößt. Dafür berechnet er die Menge an CO2-Emissionen, die durch den gesamten Konsum entstehen. Der Name stimmt allerdings nicht ganz: Denn nicht nur CO2 findet Eingang in die Rechnung, sondern auch andere klimaschädliche Gase wie Methan und Lachgas, die in der Landwirtschaft entstehen (vor allem durch Düngung, Rinderzucht und Reisanbau), werden mit einbezogen und in CO2 umgerechnet.

Dazu ein paar anschauliche Zahlen: Ein Mensch produziert abhängig von Größe und Aktivität durch seine Atmung im Jahr circa eine Vierteltonne CO2, ein Quadratkilometer Wald bindet circa 1000 Tonnen CO2 pro Jahr. Tatsächlich muss man das Gas auch gar nicht wiegen. Man kennt das molekulare Gewicht von CO2 und kann ausrechnen, wie viel CO2 zum Beispiel beim Verbrennen von einem Kilogramm Kohlenstoff entsteht.

In Deutschland fallen je Einwohner circa neun Tonnen CO2 im Jahr an, dagegen in Afrika durchschnittlich nur eine Tonne, in den USA und in Australien 15 Tonnen, und in Katar 30 Tonnen (Stand 2016 Ländervergleich). „Verträglich für unseren Planeten wären pro Einwohner zwei bis zweieinhalb Tonnen pro Jahr“, so die Öko-Börse. „Dies sind natürlich nur Durchschnittswerte, deshalb ist es interessant, seinen eigenen CO2-Verbrauch zu bestimmen. Diese persönliche Klimabilanz kann mithilfe von speziellen CO2-Rechnern ausgerechnet werden, zum Beispiel beim Bundesumweltamt: (http://www.uba.co2-rechner.de/de_DE/)

Es sei ein Irrtum anzunehmen, dass man nur mit technischen Innovationen und Effizienzsteigerung den CO2-Ausstoß senken kann: LED statt Glühbirne, Energiespargeräte, E-Auto. Trotzdem sinke die CO2-Produktion in Deutschland kaum. „Weil wir mehr Energie verbrauchen, mehr Elektrogeräte verwenden, E-Autos mit Kohlestrom fahren:“ Ein Einsparen von CO2, so die Öko-Börse, sei nur möglich, wenn „wir insgesamt weniger verbrauchen, indem wir zum Beispiel gebrauchte Dinge kaufen, Geräte reparieren, Zug und Fahrrad fahren, weniger fliegen, weniger Fleisch essen, weniger Plastikmüll produzieren, weniger wegwerfen und 100 Prozent Ökostrom verwenden“.

Eine CO2-Steuer würde – wenn Sie in realistischer Höhe nach Verursachungsmenge angesetzt werde – dazu führen, dass klimaschädliche Produkte teurer und klimafreudliche günstiger werden. Eine solche Steuer hätte nach Überzeugung der Öko-Börse Bensem hat viele Vorteile: „Sie kann schnell umgesetzt werden und nur in Deutschland beginnen. Sie ist einfach zu erheben, erfordert sehr wenig bürokratischen Aufwand und ist einfach zu steuern.“

Damit eine CO2-Steuer soziale Akzeptanz finde, müsse jeder Cent, der über eine solche Steuer eingenommen wird, auch zurückgezahlt werden – am besten vorab –, und zwar als „Kopf-Prämie“, also für jeden den gleichen Betrag. So würden finanziell schlechter gestellte Menschen, da sie weniger CO2 ausstoßen, mehr zurückerhalten als sie zusätzlich bezahlen müssen. red

Info: https://oekoboerse bensem.home.blog

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel