Bergstraße

Gesellschaft Wichtiges ergänzendes Angebot zur ambulanten Versorgung schwerstkranker Patienten in der Region

Palliativnetz feiert zehnjähriges Bestehen

Archivartikel

Bergstraße.In diesem Jahr feiert das Palliativnetz Bergstraße sein zehnjähriges Bestehen. Hervorgegangen aus der Hospizbewegung des Hospizvereins Bergstraße, der sich seit 1994 der ambulanten Begleitung unheilbar kranker und sterbender Menschen widmet, wurde – fast gleichzeitig mit dem Bau des Hospizes Bergstraße – das Palliativnetz Bergstraße gegründet. Federführend bei der Gründung waren Schmerztherapeut Dr. Wolfgang Nieswandt und Doris Kellermann vom Hospizverein.

Mit der Gründung des Palliativnetzes Bergstraße im Jahr 2010 wurde ein wichtiges ergänzendes Angebot zur ambulanten Versorgung schwerst-kranker Patienten mit begrenzter Lebenserwartung geschaffen. Die ambulante Palliativversorgung soll die Lebensqualität und die Selbstbestimmung dieser Menschen so weit wie möglich erhalten, fördern und verbessern, um ihnen ein würdiges Leben bis zum Tod in ihrem Umfeld zu ermöglichen. In den meisten Fällen stellen Hausärzte gemeinsam mit ambulanten Pflegediensten oder Pflegekräften in Pflegeheimen die Versorgung sicher.

Das Palliativnetz kann Patienten und deren Familien zusätzlich begleiten, wenn es sich um eine sehr aufwendige Versorgung mit körperlichem, psychischem, sozialem und spirituellem Leidensdruck handelt. Damit gewährleistet das Palliativnetz heute die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung an der Bergstraße, im Ried und im Odenwald. Speziell qualifizierte Fachkräfte und Mediziner arbeiten – unterstützt von erfahrenen Medizinischen Fachangestellten - im Team multiprofessionell zusammen und stehen mit einer 24-stündigen Erreichbarkeit ihren Patienten und deren Angehörigen zur Verfügung.

Zu den wesentlichen Aufgaben des Palliativnetzes gehören die Beratung und Behandlung bei medizinischen und pflegerischen Problemen wie zum Beispiel Schmerzen, Atemnot, Angst, Verwirrung, aber auch Wundkomplikationen oder der Einsatz von Schmerzpumpen. Die Familie und andere Nahestehende werden mit einbezogen, unterstützt und manchmal auch bis über den Tod der Patienten hinaus in ihrer Trauer begleitet. Gemeinsam mit den anderen Akteuren der Palliativversorgung wie Hausärzten, Pflegediensten, Pflegeheimen, Apotheken, Sanitätshäusern und dem stationären Hospiz komplettiert das Palliativnetz Bergstraße das professionelle Angebot der Palliativversorgung, das durch die ehrenamtliche Arbeit der Hospizgruppen ergänzt wird.

„Eigentlich sollte das zehnjährige Bestehen gefeiert werden – aufgrund der Corona-Pandemie wird diese Veranstaltung aber erst 2011 stattfinden können. Aufgeschoben – aber nicht aufgehoben“, erklärt Dr. Angelika Schramm für das Leitungsteam des Palliativnetzes. red

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