Bergstraße

Senioren Uta Brand ist seit knapp zwei Jahren als psychosoziale Fachkraft auf dem Land in den Odenwälder Kommunen des Kreisgebietes im Einsatz und soll Verstärkung erhalten

„PauLa“ soll noch eine Kollegin zur Seite gestellt bekommen

Archivartikel

Bergstraße.Im Herbst ist Uta Brand schon zwei Jahre als psychosoziale Fachkraft auf dem Land (kurz „PauLa“) in den neun Kommunen des Netzwerks Ortsnahe Versorgung Odenwald (NOVO) – Lautertal, Lindenfels, Abtsteinach, Birkenau, Fürth, Grasellenbach, Mörlenbach, Rimbach und Wald-Michelbach – tätig. Nun soll sie Verstärkung bekommen.

Das präventive Angebot „PauLa“ hat das Ziel, Menschen ohne Pflegegrad ab dem 70. Lebensjahr dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben zu können. Ziel ist es, Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich hinauszuzögern und Vereinsamung zu vermeiden. Uta Brand berät Senioren und deren Angehörige zu gesundheitsförderlichem Verhalten. Die Gesundheitsförderung erfolgt dabei durch edukative Prävention – das heißt, dass keine Pflege erfolgt, sondern Uta Brand schult. Sie zeigt ihren Klienten etwa Mobilitätsübungen, die dabei helfen, Stürze zu vermeiden, oder auch Atemtechniken, die dabei helfen können, Lungenentzündungen vorzubeugen.

Mehr als 160 Klienten

Durch den großen Erfolg, den PauLa und die anderen hessischen „Gemeindeschwestern 2.0“ im gesamten Land darstellen, möchte das Gesundheitsministerium nach bisher jährlichen Förderetappen die Unterstützung nun breiter weiterführen und hat eine dreijährige Richtlinie angekündigt. „PauLa“ war die erste Hessische Gemeindeschwester, die eine entsprechende Förderung durch das Land erhielt.

Der Kreis als Arbeitgeber von Uta Brand und Ideengeber für das Projekt sowie die NOVO-Kommunen möchten das Angebot nun erweitern. Ihr soll daher ein zusätzlicher „Kümmerer“ im NOVO-Gebiet zur Seite gestellt werden.

Mehr als 160 Klienten, über 150 Hausbesuche und fast 650 Schulungsteilnehmer sind nur einige ausgewählte Zahlen, die zeigen, dass sich dieses Projekt seit seinem Start im Oktober 2018 zu einem wahren Erfolgsmodell entwickelt hat. „Wegen der hohen Nachfrage freut es mich daher sehr, dass wir demnächst auf die Suche nach einer weiteren Fachkraft zur Unterstützung unserer älteren Bürgerinnen und Bürger vor Ort im NOVO-Gebiet gehen können“, betont die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Gesundheitsdezernentin Diana Stolz.

Lücken im System schließen

Ihr ist dabei besonders wichtig, dass „PauLa“ keine vorhandenen Strukturen ersetzt, sondern als „Kümmerer“ vielmehr eine Lücke in der Gesundheitsversorgung schließt. „Die Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern regional sowie überregional funktioniere „hervorragend“. „Es ergeben sich Synergien und Kooperationen, indem unsere „PauLa“ Nachbarschaftshilfen initiiert und als Ideengeberin für Angebote vor Ort fungiert“, freut sich Stolz über die mit viel Herzblut agierende Mitarbeiterin, die kürzlich in Erwartung der personellen Unterstützung in ein größeres Büro im Rimbacher Rathaus umgezogen ist.

Uta Brand hat sich zudem weiter qualifiziert: Sie hat mittlerweile eine einjährige Weiterbildung zur Case Managerin erfolgreich abgeschlossen. Dies bedeutet, dass sie bei komplexen Fällen die Zusammenarbeit mehrerer Netzwerkpartner koordiniert, zum Beispiel von Hausärzten, Ehrenamtlichen bis hin zu Angehörigen. Die Begleitung erfolgt über einen längeren Zeitraum. Ziel ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die gelernte Krankenschwester und Lehrerin für Gesundheitsfachberufe hat damit ihr Angebotsspektrum um Bereiche wie Gesprächsführung und Beratungskompetenz erweitert sowie ihr Fachwissen rund um die nachhaltige Qualitätssicherung der angestoßenen Unterstützungen aktualisiert.

Finanziert wurde diese Fortbildung für „PauLa“ ebenfalls im Rahmen des hessischen Förderprogramms „Gemeindeschwester 2.0“. red

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