Bergstraße

Weschnitz Region schrammt knapp am Hochwasser vorbei

Pegelstand fast doppelt so hoch

Bergstraße.Spätestens mit dem Montag ebbte auch der Dauerregen vom Wochenende ab. Wohl nur die wenigsten Menschen an der Bergstraße trauern dem anhaltenden Wolkenbruch nach - schon gar nicht Ulrich Androsch. "Hätte es so weiter geregnet, wäre es kritisch geworden", sagt der Geschäftsführer des Bergsträßer Gewässerverbands. Seit Freitag sind die Pegel von Weschnitz, Meerbach und Co. nämlich deutlich und rasant gestiegen. Nur knapp ist die Region an einem "richtigen Hochwasser", so Androsch, vorbeigeschrammt. Durchatmen erlaubt, obwohl die Lange keinesfalls angespannt gewesen war.

Am Hauptquartier des Gewässerverbands erreichte die Weschnitz einen Stand von 2,80 Meter. Im Schnitt liegt der Pegel des Flüsschens bei 1,50 Meter. Die Rückhalteanlagen sind Samstag und Sonntag vollgelaufen. "Alles nicht dramatisch", erklärt Androsch, "so etwas haben wir hier fünf Mal im Jahr."

Ende der Woche auf Normalniveau

Und mittlerweile fallen die Pegel der kleineren Flüsse in der Region schon wieder. Bis Ende der Woche, glaubt der Experte, haben sich die Pegelstände wieder normalisiert. Mit Ausnahme des Rheins. Weil der Strom in den kommenden Tagen noch enorme Wassermengen aus Süddeutschland verarbeiten muss, wird es wohl noch zwei bis drei Wochen dauern, bis der Vor-Freitag-Zustand wieder erreicht wird. Sofern es nicht noch einmal derart regnet wie in den vergangenen Tagen. Momentan sieht es gut aus, befindet Androsch, der beobachtet hat, dass die Prognosen übers Wochenende häufig gewechselt haben.

Auch der gerade erst geschaffene Fluss, der sich bei Lorsch über die Weschnitzinsel schlängelt, ist in seinem Bett geblieben. "So war das geplant - sonst hätten wir dort 20 Hochwasser im Jahr", macht Androsch deutlich. Aber: "Wenn jetzt noch was obendrauf kommt, wird es kritisch", sagt er. Flüsse und Böden seien nach einem Mangel an Wasser momentan gesättigt - für die Natur sei der lange Regen gut gewesen. 35 Liter pro Quadratmeter sind übers Wochenende gefallen. Dadurch konnte das Regenwasser in den Boden eindringen und den bislang niedrigen Grundwasserpegel anheben. Damit die Weschnitz über die Ufer tritt, müssten die 35 Liter innerhalb weniger Stunden vom Himmel fallen - dann können die Böden die Massen nicht mehr verarbeiten.

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