Bergstraße

Kommentar

Perspektivwechsel

Archivartikel

Ein Blick von außen macht manches deutlicher. So war in der Neuen Zürcher Zeitung zu lesen, dass in der Öffnung der Grenzen Europas zu Wochenbeginn keinesfalls eine politische Errungenschaft der Europäischen Union zu sehen ist.

Die Wahrheit kommt etwas kleinformatiger daher. Ähnlich wie die Grenzschließungen sind nun auch die Öffnungen wieder nationale Angelegenheiten. Sie sind nicht getrieben von einem Mehr an Europa. Sondern von dem schlichten Wunsch das Geschäft mit ausländischen Touristen halbwegs zu retten. Die EU ist nun mal zu allererst ein gemeinsamer Markt. Soweit der Blick aus der Schweiz. Und eine Vertragsgemeinschaft souveräner Mitgliedstaaten und kein föderaler europäischer Bundesstaat, kann man aus juristischer Sicht ergänzen.

Wenn es ernst wird, ist sich jeder selbst der Nächste in Europa. Das war bei der Flüchtlingskrise so, bei der Finanzkrise und ist in der Coronakrise nicht anders.

Dass Frankreich und Italien jede Krise mit wirtschaftlichen Folgen nutzen, um mehr Geld aus Brüssel, beziehungsweise solide wirtschaftenden Ländern herauszuholen, ist mittlerweile ein durchsichtiges Spiel. Da wird Europa regelrecht missbraucht. Europa wird nicht auf Gipfeltreffen der Politik vorangebracht. Sondern mit Begegnungen von Menschen – und das nicht nur im Urlaub, vor allem aber bei offenen Grenzen.

 
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel