Bergstraße

Kommunalpolitik Bergsträßer Jugendverbände streben parteiübergreifende Arbeitsgemeinschaft an

Politik-Nachwuchs will stärker kooperieren

Archivartikel

Bergstraße.Mit Vertretern der politischen Jugendverbände aus dem Kreis Bergstraße ist jetzt Landrat Christian Engelhardt zusammengetroffen. Ziel war es, das politische Interesse und Engagement von Jugendlichen zu fördern, die Zusammenarbeit zu intensivieren und die Gründung einer überparteilichen Organisation in Gang zu bringen.

Bereits in der Vergangenheit gab es mehrfach Versuche der politischen Jugendverbände, überparteilich zu kooperieren, etwa mit einem überparteilichen Wahlaufruf. „Doch diese Bemühungen verliefen bisher immer im Sande“, so der Vorsitzende der Jungsozialisten Bergstraße, Philipp Ofenloch (Archivbild: Lotz).

Eine gemeinsame, überparteiliche Jugendorganisation könne solche Vorhaben in Zukunft koordinieren und umsetzen.

Nach den Vorstellungen von Landrat Engelhardt könnten die Kreisjugendverbände mit einer überparteilichen Arbeitsgemeinschaft junge Menschen ansprechen, um sie für die Politik in Deutschland zu begeistern und sie dazu zu ermutigen, aktiv am Prozess der demokratischen Willensbildung teilzunehmen. Darüber hinaus würde die politische Bildung junger Menschen im Kreis gefördert und man könne antidemokratischen Einflüssen entgegenwirken.

„Mit ihrem Engagement könnte die Gruppe andere dazu ermutigen und befähigen, Verantwortung für sich selbst und die Gesellschaft zu übernehmen“, so Engelhardt. Moritz Müller (Archivbild: Zelinger) von der Grünen Jugend Bergstraße regte gemeinsame Podiumsdiskussionen an Bergsträßer Schulen an. Einen weiteren Vorteil eines überparteilichen Zusammenschlusses sehen die jungen Erwachsenen in der Vernetzung: „Dann kommunizieren wir endlich nicht mehr nur via Facebook, sondern können uns direkt sprechen oder per Handy kontaktieren“, sagte die Kreisvorsitzende der Jungen Union Bergstraße, Katharina Wagner (Archivbild: Funck).

Förderung erhöht

Daneben könnte die angedachte Gruppe künftig die Verteilung der finanziellen Mittel aus der Kreisförderung an die politischen Jugendverbände übernehmen. Diese hat der Kreis von rund 2000 Euro im vergangenen Jahr auf rund 5000 Euro in diesem Jahr erhöht. Mit diesem Geld fördert der Kreis die politische Bildungsarbeit der Jugendverbände, die sich an junge Menschen richtet. Ausgeschüttet werden die Förderungen jedoch nur bei Verwendungsnachweis.

Die Vertreter der Jugendverbände wollen sich nun gemeinsam überlegen, wie ein überparteilicher Zusammenschluss aussehen könnte und arbeiten sollte, welche Kriterien Jugendverbände erfüllen müssen, um in diese Organisation aufgenommen zu werden, und anhand welcher Kriterien die Verteilung von Fördergeldern durch die neue Organisation erfolgen könnte.

Zeitnah wollen sie sich abermals mit Landrat Engelhardt zusammensetzen, um über die Ergebnisse ihrer Verhandlungen zu sprechen, die bis dahin erfolgt sein sollen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass ein überparteilicher Zusammenschluss der politischen Jugendverbände im Kreis erstrebenswert sei. „Das wäre schon ein starkes positives Zeichen, das wir setzen könnten“, sagte Ole Wilkening von den Jungen Liberalen. „Die Arbeit der politischen Jugendverbände in Deutschland ist ein wichtiger Bestandteil der außerschulischen Angebote, um das Interesse junger Menschen an Demokratie und Politik zu wecken. Sie geschieht allerdings häufig nur parteispezifisch. Aktuell schließen sich jedoch immer häufiger mehrere parteipolitische Jugendverbände einer Region zusammen – zum Beispiel zu einem Ring Politischer Jugend. Im Kreis Bergstraße gibt es einen derartigen Zusammenschluss bisher noch nicht“, erläuterte Engelhardt die Hintergründe der Überlegungen.

Einfach wird es nicht

„Ich weiß, dass eine Kooperation unter Jugendverbänden wesentlich schwieriger zu realisieren ist, als bei den Mutterparteien. Sie können vehementer in ihren Grundsätzen und Forderungen sein – und das ist auch gut so“, so der Landrat weiter. „Sie leisten hervorragende Arbeit und ich würde mich freuen, wenn sie ihre Zusammenarbeit intensivieren.“ red

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