Bergstraße

Hauptversammlung Kreisgruppe Bergstraße in der Gewerkschaft der Polizei ehrte in Lorsch langjährige Mitglieder / „Man kann von alten Hasen etwas lernen“

Polizisten begrüßen Neueinstellungen

Bergstraße.Gut besucht war die Hauptversammlung der Kreisgruppe Bergstraße in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Lorscher Back- und Brauhaus. Jörg Weitmann, seit einem Jahr Vorsitzender der Kreisgruppe, trug seinen ersten Jahresbericht vor mit der Bemerkung, man könne „von alten Hasen etwas lernen“. Er sprach von einer zufriedenstellenden Zusammenarbeit im Vorstand, und er habe den Eindruck, dass etwas geleistet werde für die Polizeibeschäftigten.

Einige Vorstandsmitglieder seien in die Gewerkschaftsarbeit auf der Ebene von Südhessen eingebunden und sie hätten sich als Delegierte auch beim Landesdelegiertentag engagiert. Gesucht würden noch jüngere Mitglieder als Vertrauensleute und für den Vorstand. Zu den Aktivitäten zählte er unter anderem eine Stadtführung in Zwingenberg und eine Weinbergwanderung in Heppenheim.

Wehrhafte Demokratie

Christian Richter, Vorsitzender der GdP-Südhessen berichtete vom Bundeskongress der GdP, wo sich die Gliederungen eindeutig ausgesprochen haben gegen Extremismus von rechts und links und diskutiert wurde, ob jemand Mitglied sein könne, der einer rechtsradikalen Partei angehöre.

Die Frage der „wehrhaften Demokratie“ müsse auch an der Bergstraße diskutiert werden. Er vergaß nicht die Belastung der Beschäftigten durch den Umbau der Direktion in Heppenheim. Der Dienstherr sei aufgefordert worden, hier etwas zu unternehmen, um dieses Problem zu entschärfen. Wichtig sei bei der Polizei die Vereinbarkeit von Dienst und Beruf. Es gehe auch um die Frage der Freistellung für ehrenamtliche Tätigkeiten.

Christian Richter ehrte danach einige langjährige Mitglieder mit Urkunden, Ehrennadeln, einem Weinpräsent und einem Gutschein für den Gewerkschaftsverlag. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Jörg Weitmann aus Lampertheim geehrt. 40 Jahre Mitglied sind Thomas Bauer aus Lindenfels, Hans-Joachim Andres aus Bensheim und Helmut Bechtel aus Heppenheim. Zu den geehrten Oldies gehörten Norbert Ferdinand aus Heppenheim (60 Jahre) und der frühere Bensheimer Stationsleiter Hans Hofmann, der der Gewerkschaft seit 65 Jahren die Treue hält.

Der GdP-Landesvorsitzende Andreas Grün erwähnte die Forderungen der Gewerkschaft nach einer Wiedereinführung der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage. Die Kosten seien überschaubar, mit Geld allein habe das nichts zu tun, vielmehr sei es eine Frage der Wertschätzung. Grün gab seiner Hoffnung auf eine Gehaltserhöhung Ausdruck und sprach von dem öffentlichen Druck, den die GdP auf die Politiker ausgeübt habe.

Lob gab es für die Einstellung neuer Beamter, um die Arbeitsverhältnisse im täglichen Dienst zu verbessern. Die GdP werde eine Kommission bilden mit externen Beratern, die sich mit der Frage der Arbeitszeitgestaltung beschäftigen werde. Es gehe zukünftig auch um die Frage, ob und wie ein eigener Tarifvertrag nur für die Polizei sinnvoll und eventuell dann auch abgeschlossen werden könne. Die Digitalisierung werde auch an der Polizei nicht vorbeigehen, darauf müssten sich die Beschäftigten einstellen.

„Es geht Schritt für Schritt voran“

Polizeipräsident Bernhard Lammel sagte, dass es der Polizei gar nicht so schlecht gehe, was auch ein Verdienst der GdP sei. Er erwähnte die Fehlstellen in Südhessen durch Pensionierungen, die Belastung der Beschäftigten durch Krankheit und die nicht voll einsetzbaren Beamten. Im neuen Jahr würden aber wieder einige Stellen besetzt werden können. Von daher bestehe nicht unbedingt ein Grund zum Jammern, auch nicht über die Leistung der Führungskräfte. In den vergangenen beiden Jahren habe es einige neue Führungskräfte gegeben, so komme man Schritt für Schritt voran.

Die Polizei bestehe aber nicht nur aus Schichtarbeit rund um die Uhr, die Tätigkeiten der Dezentralen Ermittlungsgruppen und der Kriminalpolizei müsse hinzugerechnet werden. Das gelte auch für die Besetzung von Stellen für Diensthundeführer. Da habe es Fortschritte gegeben. Lammel: „Wir haben jetzt immer einen Hund, der beißen kann“. Die Polizeibilanz in Südhessen sei „klasse, sie kann sich sehen lassen“, lobte der Präsident. ml

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