Bergstraße

Umwelt WWF-Jugend sammelt Abfall bei Spendenwanderung / Schon 50 Kilogramm eingetütet

Putz-Spaziergang für saubere Wege an der Bergstraße

Archivartikel

Bergstraße.Gleichzeitig die Bergstraße und die Ostsee vom Plastikmüll befreien – dieses Ziel haben sich junge Umweltschützer der WWF-Jugend gesetzt. Beim Clean- Up-Walk sorgen sie auf ihrer Wanderung für saubere Wege und sammeln dabei Spenden für jedes Kilo eingetüteten Abfall. Los ging es für die anfangs noch sechs Jugendlichen am Bahnhof in Bensheim.

Kaffeebecher und Briefe sind dabei

Angereist sind die jungen Erwachsenen aus Braunschweig, Frankfurt, Stuttgart und Darmstadt. „Eine weitere Teilnehmerin sitzt noch im Zug, sie kommt aber auch aus Holland angereist“, erklärt Anne Zeiß, die gemeinsam mit Maren Hain den diesjährigen Clean-Up-Walk organisiert hat. „Noch sind wir zu sechst, aber es kommt pro Etappe immer mal wieder jemand dazu. Im Schnitt sind wir acht bis 13 Leute pro Strecke.“

Im Internet anmelden konnte sich jeder zwischen acht und 27 Jahren. Die zwei Organisatorinnen sind Wiederholungstäterinnen und haben auf ihren Sammelaktionen schon einiges zu Gesicht bekommen: darunter viele Glasflaschen, Kaffeebecher, Zigarettenschachteln. „Manchmal findet man auch echt verrückte Dinge. Zum Beispiel einen Stapel ungeöffnete Post und einen schweren Schlüsselbund“, erinnert sich Maren Hain. Immer wieder mit dabei seien Schuhe und Kleidungsstücke.

Die jungen Erwachsenen wandern entlang der Bergstraße von Bensheim nach Heidelberg und befreien auf ihrem Weg die Natur von achtlos weggeworfenem Abfall. Etwa zehn Kilometer legen sie pro Tag zurück und sammeln Spenden, um die Vermüllung der Meere zu bekämpfen. Genauer gesagt durch die Bergung von Geisternetzen in der Ostsee. So nennt man herrenlose Fischernetze aus Kunststoff, die noch Jahrhunderte lang durchs Meer treiben und weiter fischen. Irgendwann lösen sie sich in Mikroplastikpartikel auf, die die Unterwasserwelt belasten.

„Ich finde es toll, dass wir so doppelt dazu beitragen, unsere Umwelt sauber zu halten“, erklärt Bastian Koch aus Bayerstedt bei Braunschweig. Lena Liebetrau ist zum ersten Mal mit dabei: „Es ist wichtig, den Müll aufzusammeln, den andere liegen lassen. Denn der bleibt nicht nur dort liegen, wo er ist, sondern kann über Flüsse bis ins Meer geschwemmt werden.“

Alle Teilnehmer haben sich vor der Wanderung Spender gesucht – Verwandte, Freunde oder lokale Unternehmen. Diese bezahlen einen selbstgewählten Betrag für jedes Kilo Müll, das während des Clean-Up- Walks eingesammelt wird. Im vergangenen Jahr seien beim Lauf auf dem Weg von Werder bis nach Brandenburg an der Havel knapp 200 Kilo Müll und über 1000 Euro Spenden zusammengekommen. Damals ging der Erlös an ein WWF-Projekt zur Verbesserung der Müllentsorgung im Mekong-Delta.

Noch bis zum Donnerstag (5. sind die Jugendlichen unterwegs und übernachten beispielsweise in Turnhallen, um Geld zu sparen. Sie laufen von Bensheim nach Heppenheim, von da aus nach Hemsbach und weiter nach Lützelsachsen. Von dort aus geht es dann nach Ladenburg und weiter nach Heidelberg, von wo aus sie die Heimreise antreten.

50 Kilo bis Hemsbach gesammelt

„Auf den ersten beiden Etappen von Bensheim bis Hemsbach haben wir schon über 50 Kilo Müll gefunden“, vermeldet Zeiß von unterwegs. Besonders oft seien Zigarettenkippen, Dosen, Süßigkeitenverpackungen und To-Go-Becher in den Papiertüten im Einkaufswagen gelandet.

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