Bergstraße

Kneipenfestival Veranstalter zählt gut 800 Besucher in Weinheim weniger als im Vorjahr

Regen verhagelt Nightgroove

Weinheim.Die imaginäre Glocke schlägt im Hintergrund, Gitarrist Thomas Hofmann kommt mit der Leadgitarre um die Ecke und Brian D. Raven, der Mann mit der Ähnlichkeit zu AC/DC-Sänger Brian Johnson, lässt in der Folge das "Royal" ganz im Stile des Höllenengels aus "Hells Bells" erzittern. Wo sonst Billardkugeln leise aneinander klackern, sind es beim Weinheimer Nightgroove die Thunder Bells, die mit ihrem Cover der bekanntesten australischen Band den Boden zum Beben bringen.

Sie läuten sprichwörtlich den Abend ein, der in diesem Jahr extrem unter dem schlechten Wetter leidet. Das schlägt sich auch in den Besucherzahlen nieder: Veranstalter Michael Barkhausen zählt gut 4200 Besucher - und damit 800 weniger als im Vorjahr. "Mit Blick auf die schlechte Wetterprognose hatte ich sogar mit noch weniger gerechnet. Umgekehrt ist es aber auch eine Bestätigung, dass der Nightgroove in Weinheim immer noch beliebt ist", lautet sein Fazit.

Zwar hört es an diesem Abend irgendwann auf zu regnen, doch das Programm hat das Wetter bis dahin schon durcheinander gewirbelt. Der Live-Act auf dem Marktplatz wird vom Regen schier weggespült, im Atrium - neben dem Marktplatz die größte Feiermeile unter freiem Himmel - sagt die Band Soulmaxx kurzerhand ab: Die Bühne ist nicht wettertauglich, die Band entscheidet eigenmächtig. "Das war so natürlich nicht geplant", sagt Barkhausen leicht zerknirscht noch in der gleichen Nacht. Das Wetter ist es auch, das dafür sorgt, dass sich deutlich weniger Menschen im Freien aufhalten als sonst. Ein wichtiger Baustein des Nightgroove, und entsprechend fehlt es dieses Mal ein wenig an Atmosphäre. In den Weinheimer Kneipen selbst sieht es dagegen anders aus. Auch wenn weniger los ist als sonst, alles läuft wie geplant, besondere Vorkommnisse werden nicht gemeldet.

Ganz vorne in der Gunst des Publikums liegen vor allem die Coverbands, die fast überall für volles Haus sorgen. Und ganz weit vorne liegt da einmal mehr das Café am Markt, das mit Indeed eine Band zu Gast hat, bei deren Auftritt das Kondenswasser die Scheiben runterläuft. Ebenso bei der SWR3-Dance-Night im Autohaus Lind, die neben der Alten Druckerei der Anlaufpunkt für die Feier bis in die frühen Morgenstunden ist.

Nächstes Jahr am 17. November

Ein echtes Highlight, auch wenn die Musiker in Weinheim mittlerweile wirklich bekannt sind, ist die Band Disaffection. Ihre Schuhe haben sie an diesem Abend ausgezogen, die Künstler spielen in Strümpfen in der Stadtkirche auf dem von ihnen ausgebreiteten Teppich, füllen das nicht alltägliche Ambiente mit viel guter Laune und noch mehr Spielwitz. Sie verbreiten den Charme des Nightgroove, der zum 14. Mal stattfindet und auch nächstes Jahr wieder in Weinheim Halt macht: am 17. November.

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