Bergstraße

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Ruben Werle

Archivartikel

ist Schüler in Lampertheim und geht für ein Jahr nach Amerika

„Ich bin schon ganz aufgeregt“, sagt Ruben Werle. Das hat einen guten Grund: Der 16-jährige Schüler aus Viernheim ist für das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ausgewählt worden, das Schülern aus Deutschland ein Austauschjahr in den USA ermöglicht. Vermittelt hat das einjährige Stipendium der Heppenheimer Bundestagsabgeordnete Till Mansmann (FDP). Er hat Ruben, der das Litauische Gymnasium in Lampertheim besucht und dort nach seiner Rückkehr aus den USA das Abitur machen will, aus zahlreichen Bewerbern ausgewählt.

Den eigenen Horizont erweitern

Der FDP-Politiker ist Pate des Programms, das seit 1983 vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress gemeinsam getragen wird. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten. „Für die Teilnehmer ist das eine einmalige Chance“, sagt Till Mansmann. „Die Gelegenheit, den eigenen Horizont zu erweitern, ist unbezahlbar“. Er selbst habe in seiner Schulzeit an keinem Austausch teilnehmen können. „Umso mehr freue ich mich, jungen Menschen diese Möglichkeit geben zu können“.

Dass er einzigartige Erfahrungen machen wird, ahnt auch Ruben, der noch nie in den USA gewesen ist. Sein Zuhause wird nun für ein Jahr Lutts im Herzen von Tennessee sein. Der Ort mit nur 530 Einwohnern liegt „in the middle of nowhere“, irgendwo zwischen Memphis und Nashville.

Nach deutschem Arzt benannt

„Zu meiner Schule sind es 15 Minuten mit dem Auto über den Highway“, weiß Ruben von seiner Gastmutter. Mit ihr hat er sich schon lange vor seinem Abflug in die USA regelmäßig WhatsApp-Nachrichten geschrieben. Wenn man über Lutts in Wayne County recherchiert, findet man interessante Informationen. Der kleine Ort, der damals eigentlich nur aus einer Poststation bestand, wurde im Jahr 1888 nach einem Arzt benannt, der in der Gegend lebte und deutsche Vorfahren hatte. Der Urgroßvater dieses Arztes hieß Johannes Georg Lutz und wanderte im 18. Jahrhundert aus der Nähe von Stuttgart nach North Carolina aus. Dass jetzt ein Deutscher nach Lutts kommt, passt also ganz gut. Entsprechend groß ist auch die Vorfreude bei Ruben.

Football und Fahrradfahren

Angst vor der Umstellung hat er nicht: „Ich werde mich an alle Gewohnheiten meiner Gastfamilie anpassen“, sagt er entspannt. Dass er vermutlich weniger Freizeit als in Deutschland haben wird, stört ihn nicht. „Die Schule dauert bis abends“, hat Ruben erfahren. Auch dass seine Schule insgesamt nur 300 Schüler hat, weiß er schon. Ob er allerdings in der Footballmannschaft der Schule mitspielen kann, ist noch nicht klar. „Die ist natürlich sehr begehrt“. Aber anschauen möchte er sich Football- und Baseballspiele auf jeden Fall, plant Ruben. Für sportliche Abwechslung ist also gesorgt.

Außerdem nehme er ja sein Fahrrad mit. Der Triathlet möchte nämlich auch in den USA trainieren – und hat seinen 15-jährigen Gastbruder schon vor seiner Ankunft mit seiner Begeisterung für den Ausdauersport angesteckt. Der mache gerade den Führerschein, wolle jetzt aber auch öfter mal mit dem Fahrrad fahren. red/BILD: Privat

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