Bergstraße

Rückgang gegen den Trend

Archivartikel

20110 Menschen suchten in Südhessen im Dezember eine neue Arbeit

Üblicherweise steigt im Dezember die Zahl der Arbeitslosen an – nicht so in Südhessen. Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in Darmstadt waren 116 Menschen weniger auf der Suche nach Arbeit als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 4,5 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 4,4 Prozent.

Witterung und Weihnachten

Als Ursache für die positiven Zahlen hat Birgit Förster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Darmstadt, zwei Faktoren ausgemacht: „Die Frauen profitierten von der erhöhten Arbeitskräftenachfrage durch das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel. Die Männer könnten wegen der milden Witterung in den saisonabhängigen Außenberufen der Baubranche und des Garten- und Landschaftsbaus überwiegend ohne Unterbrechung beschäftigt bleiben.“

Bergstraße im Vergleich gut

Nicht ganz so positiv entwickelte sich die Situation im Kreis Bergstraße: Hier waren im Dezember 5481 Menschen arbeitslos gemeldet – 64 mehr als im November und sogar 426 mehr als noch vor einem Jahr. Diese Zahlen schlagen sich auch in der Arbeitslosenquote nieder: Aus 3,5 Prozent im Dezember 2016 wurden in diesem Dezember 3,8 Prozent.

Im Vergleich zu den anderen Kreisen in Südhessen steht die Bergstraße allerdings nach wie vor am besten da: Im Landkreis Darmstadt-Dieburg lag die Quote im Dezember 2017 bei 4,5 Prozent, im Odenwaldkreis bei 4,6. Die höchste Arbeitslosenquote gab es mit 5,7 Prozent in der Stadt Darmstadt.

Sprachkenntnisse fehlen

„Menschen mit Migrationshintergrund sind leider immer noch besonders häufig arbeitslos“, beklagte gestern Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen. Die Hauptursachen hierfür seien fehlende Qualifikationen und mangelnde Sprachkenntnisse. „Das muss dringend besser werden, denn der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Hessen wächst deutlich: Bei den 18 bis 64-jährigen hat nur jeder vierte einen Migrationshintergrund, bei den unter Sechsjährigen hingegen schon fast jeder zweite. Die entscheidenden Schlüssel sind bessere Bildung und Ausbildung“, sagte Widuch mit Blick auf die Arbeitsmarktstatistik.

Forderung an Landesregierung

Die deutsche Sprache sei Grundvoraussetzung für eine gute Qualifikation und bessere Erwerbschancen. Die Bildungspolitik des Landes müsse dafür sorgen, dass gerade junge Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund so früh wie möglich Deutsch lernen, um gute Voraussetzungen für Schule und Ausbildung zu haben.

Dirk Widuch wörtlich: „Wir freuen uns, dass die Landesregierung Sprache und Bildung in ihrem Integrationsplan an erste Stelle gesetzt hat und die frühkindliche und vorschulische Bildung als oberste Priorität sieht. Dieses Versprechen muss sie jetzt halten und auch den Erfolg ihrer Maßnahmen laufend überprüfen.“ red

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