Bergstraße

Aufräumarbeiten Zahlreiche Einsätze im Kreis Bergstraße

„Sabine“ hält Feuerwehren auf Trab

Archivartikel

Bergstraße.Um 3.47 Uhr war für die Bensheimer Feuerwehrleute die Nacht vorbei: Sturm „Sabine“ hatte zwischen Bensheim und Heppenheim einen Baum auf die A 5 gepustet. Die Stützpunktwehr rückte aus, „das hatten wir aber schnell erledigt“, erklärte Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn im Gespräch mit dieser Zeitung.

Eine knappe Stunde später waren die ehrenamtlichen Helfer allerdings wieder gefordert. Im Verbund mit den Feuerwehren aus Schwanheim, Langwaden und Einhausen musste im Wald zwischen Schwanheim und Einhausen aufgeräumt werden. Mindestens ein Baum war auf die Fahrbahn gestürzt, mehrere große Äste abgebrochen. Ein Sattelzug war nach Angaben des Einhäuser Gemeindebrandinspektors Christoph Röll gegen 4 Uhr auf der Landesstraße 3345 kurz vor der Autobahnüberführung Richtung Schwanheim blockiert worden. Die Landstraßen durch den Jägersburger Wald waren aufgrund der Aufräumarbeiten bis um 7 Uhr gesperrt. Im Anschluss machten sich die Einhäuser Einsatzkräfte daran, auch die ehemalige Kreisstraße 31 vom Einhäuser Sportplatz bis zum Bahnübergang von heruntergefallenen größeren Ästen zu befreien.

Die Wilmshäuser Kollegen hatten es währendessen mit einem umgestürzten Baum an der B 47 (Nibelungenstraße) zu tun. Und in Schönberg am Hofweg kam es zu einem Kronenbruch, das Geäst hing noch oben im Baum. „Das kann gefährlich werden, wenn man es nicht erkennt und alles plötzlich runterkommt“, so Karn.

„Glimpflich davongekommen“

Die Einsatzkräfte hatten aber ausreichenden Weitblick, so dass auch diese Alarmierung schnell, professionell und vor allem ohne Verletzte über die Bühne ging. Entsprechend fiel auch das vorläufige Fazit des Stadtbrandinspektors aus: „Wir sind verhältnismäßig glimpflich davongekommen.“ Insgesamt waren ab der Nacht zu Montag 63 Männer und Frauen im Dienst. Karn selbst begutachtete im Verlauf des Vormittags potenzielle Einsatzstellen, zu denen er von Privatleuten oder Hausmeistern gerufen wurden – hauptsächlich wegen loser Ziegel oder Dachblechen. „Aber alles nicht gefährlich und kein Fall für uns.“

Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Südhessen mitteilt, wurden bis zum Montagmorgen um 6 Uhr insgesamt 137 Einsätze der Polizei registriert. Im Landkreis Bergstraße wurde 30 und im Odenwaldkreis 17 Einsätze gemeldet, darüber hinaus wurden in der Stadt Darmstadt 16 Einsätze, im Landkreis Darmstadt-Dieburg 47 und im Kreis Groß-Gerau 16 Einsätze gezählt, die mit dem Sturmtief zusammenhingen. Bei einem Großteil dieser Einsätze (92) handelte es sich die Beseitigung von umgestürzten Bäumen, die Straßen blockierten oder parkende Fahrzeuge beschädigten. Neben herabfallenden Ästen machten sich auch drei Trampoline in Mühltal-Trautheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg), Darmstadt-Arheilgen und in Mörlenbach sowie eine Dixi-Toilette in Walldorf (Kreis Groß-Gerau) selbstständig und landeten auf der Fahrbahn.

Noch weit mehr Einsätze zählten die Feuerwehren. Die Leitstelle Bergstraße in Heppenheim war seit Sonntag um 15 Uhr auf sechs Personen aufgestockt, um für alles gerüstet zu sein, sagte deren Leiter Jens Hake. Bis Montag um zehn Uhr früh wurden 100 Einsätze im Kreis Bergstraße gemeldet. „Die Zahl dürfte sich im Verlauf des Tages noch leicht erhöhen“, so Hake weiter. Das Gros der Anrufe erreichte die Leitstelle am Montag früh zwischen drei und vier Uhr. In den meisten Bergsträßer Schulen fand zum Wochenbeginn kein Unterricht statt.

Tödlicher Verkehrsunfall

In mittelbarer Folge von Sturmtief „Sabine“ kam ein Mann ums Leben. Der Lkw-Fahrer war gestern Vormittag gegen 11 Uhr auf der A 67 zwischen Lorsch und dem Viernheimer Dreieck aus bislang unbekannter Ursache auf einen auf der rechten der drei Fahrspuren aufgestellten Absperranhänger der Autobahnmeisterei geprallt. Deren Mitarbeiter waren mit Aufräumarbeiten wegen der Sturmschäden beschäftigt. Der Fahrer des Lastwagens wurde bei dem Aufprall im Führerhaus eingeklemmt und hierbei so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Zur Klärung der Unfallursache wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ein Sachverständiger hinzugezogen.

Leicht verletzt wurde ein Autofahrer auf der Dieburger Straße in Darmstadt. Der Mann wollte einem umgestürzten Baum auf der Fahrbahn ausweichen, kam hierbei allerdings von der Straße ab und landete mit dem Auto im „Steinbrücker Teich“.

Die historischen Schlossparks und Gärten der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten sind laut einer Pressemitteilung glimpflich davongekommen. Im Fürstenlager sei eine Linde in der Allee des Dörfchens der ersten Welle des Sturms zum Opfer gefallen. Ansonsten seien die Wege frei.

Keine besonderen Vorkommnisse wurden von den Zuständigen in der Welterbestätte Kloster Lorsch mit ihrem älteren Baumbestand gemeldet. dr/kel/seg/pol

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