Bergstraße

Landratsamt Kreisbeigeordneter Karsten Krug begrüßt neuen ehrenamtlichen Helfer Gerd Reischert

Sachkundiger Ratgeber zum Thema Wolf

Archivartikel

Bergstraße.Der Wolf kehrt wieder nach Deutschland – und damit auch nach Hessen und in den Kreis Bergstraße – zurück. In Hessen konnten jüngst zwei territoriale Wölfinnen nachgewiesen werden, im ganzen Land muss grundsätzlich jederzeit mit streifenden Wölfen gerechnet werden. Auch im Kreis Bergstraße kam es in den vergangenen Wochen und Monaten zu Wolfssichtungen und einem bestätigten Riss von Schafen (wir berichteten).

Die Rückkehr des Wolfes birgt verschiedene Herausforderungen. Ein wichtiger Schritt für den Kreis ist daher die Ausbildung eines ehrenamtlichen sachkundigen Helfers. Er wird künftig zur Unterstützung des amtlichen Wolfsmanagements des Landes Hessen verfolgen und analysieren, inwieweit sich große Beutegreifer wie Wölfe und Luchse auch im Kreis Bergstraße bewegen beziehungsweise angesiedelt haben.

Seit Kurzem ist Gerd Reischert dieser sachkundige Helfer für den Kreis Bergstraße. Kreisbeigeordneter Karsten Krug, der gleichzeitig auch als Dezernent für das Umweltamt und die Jagdbehörde zuständig ist, begrüßte Reischert jüngst bei einem persönlichen Kennenlernen im Landratsamt in Heppenheim. „Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland und erste Nachweise hierzu auch im Kreis Bergstraße sind sicherlich aus Sicht des Artenschutzes zu begrüßen, dennoch bedarf dies einer umfangreichen begleitenden Aufklärung der Menschen vor Ort, erst Recht der Weidetierhalter in unserer Region“, so Krugs persönliche Einschätzung.

Die Bergsträßer müssten somit über die möglichen Herausforderungen, die ein Wolf in der Region bedeute, aufgeklärt werden: Wie müssen wir uns zukünftig verhalten? Wie können wir Nutzviehherden vor Wolfsangriffen schützen? – Dies alles müsse geklärt werden.

„Sie sind hierfür bei uns im Kreis ein wertvoller Ansprechpartner“, fasste Krug zusammen. Gerd Reischert, der direkt dem Land Hessen unterstellt ist, ist einer der Ansprechpartner, an den sich Menschen wenden können, wenn sie Spuren von Wölfen oder ein gerissenes Tier entdecken. Die Kontaktaufnahme sollte über die sogenannte Wolfshotline oder direkt erfolgen.

Als ehrenamtlicher sachkundiger Helfer nimmt Reischert Proben und schickt diese ein, um überprüfen zu lassen, ob eine Sichtung oder ein Riss tatsächlich einem Wolf zugeordnet werden kann.

Die Proben dürfen dabei jedoch nicht verunreinigt sein, da sonst keine eindeutige Aussage getroffen werden kann, erklärte Reischert. Es sei daher wichtig, den Tierkörper nicht zu bewegen oder zu berühren, wenn man ein gerissenes Tier entdeckt hat. Man solle ihn besser aus rund ein bis zwei Metern Entfernung mit einer Plane abdecken und das Wolfsmanagement kontaktieren, damit schnellstmöglich eine Probe entnommen werden könne.

Sollte ein Wolf vor Ort sein und eine akute Gefahrensituation bestehen, sollten die Menschen hingegen immer erst die Polizei zur Hilfe rufen.

Der neue ehrenamtliche sachkundige Helfer sieht seinen Aufgaben hoch motiviert entgegen. „Viele Menschen wissen nicht, an wen sie sich wenden müssen, wenn sie ein gerissenes Tier entdecken, einen Wolf sehen oder andere Wolfsspuren, wie etwa Losungen, entdecken“, berichtete Gerd Reischert. „Um die Rückkehr des Wolfes zu begleiten, ist es wichtig, dass wir die Menschen aufklären und unterstützen.“

Er möchte die Bergsträßer daher gezielt über den Wolf informieren. Dafür nimmt er unter anderem mit Schafs- und anderen Viehzüchtern im Kreis Kontakt auf. Kreisbeigeordneter Krug lud Reischert sowie Vertreter der Weidetierhalter zudem zur nächsten Jagdbeiratssitzung ein, damit der sachkundige Helfer sich und seine Arbeit den Vertretern von Jagd, Forst und den Weidetierhaltern vorstellen kann. red

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