Bergstraße

Hochwasserschutz Arbeiten an 3600 Meter langem Abschnitt bei Biblis sind abgeschlossen

Sanierung der Weschnitzdeiche kommt voran

Archivartikel

Bergstraße.Die Sanierungsmaßnahmen am Winterdeich entlang der linken Seite der Weschnitz bei Biblis sind abgeschlossen. Die Bauabnahme der rund 3,6 Kilometer langen Hochwasser-Schutzanlage durch das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt fand zusammen mit Vertretern der Stadt Lampertheim, der Gemeinde Biblis und den beauftragten Unternehmen statt. Der neue Deich wurde für ein Hochwasserereignis ausgebaut, das statistisch alle 100 Jahre auftritt.

Der neue Deich soll nun einem Rhein-Abfluss von 6000 Kubikmetern pro Sekunde standhalten können. Der alte Deich war nicht ausreichend standsicher. Die Weschnitzdeiche waren letztmals in den 1950er Jahren ertüchtigt worden und entsprachen nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen. Nachdem seit 1988 bereits weite Bereiche der hessischen Winterdeiche saniert wurden, ist seit 2016 nun ein weiterer Teilabschnitt des Rheinflügeldeichs an der Weschnitz saniert worden. Im Rahmen der Sanierung wurde der Deich stellenweise um fast einen halben Meter erhöht, die wasser- und landseitigen Deichböschungen wurden abgeflacht. Das Schutzbauwerk verbreitert sich dadurch. Zusätzlich wurde landseitig an einem horizontalen Böschungsabsatz ein asphaltierter Deichverteidigungsweg angelegt. Dieser Weg gewährleistet im Hochwasserfall die Erreichbarkeit des Deiches und ermöglicht einer sichere Deichverteidigung mit Einsatzfahrzeugen.

Auf der Deichkrone wurde außerdem ein befestigter Weg angelegt, der als Fuß- und Radweg genutzt werden darf. Durch den Einbau einer Wühltier-Schutzschicht in die Deichböschungen ist der Deich auch gegen Nutria-, Bisam- oder Kaninchenbauten geschützt, die den Deichkörper unterhöhlen würden.

In den Bereichen nahe des Rheins dienen die Weschnitzdeiche dem Schutz vor rückstaubedingten Auswirkungen von Rheinhochwässern. Im Mündungsbereich der Weschnitz sind deren Deiche Bestandteil des Rheinwinterdeiches. Hier dienen sie dem Schutz vor Rheinhochwässern. Weiterhin kommt ihnen die Aufgabe zu, bei örtlichem Versagen des Rheinwinterdeiches Überflutungen auf den betreffenden Teilraum zu beschränken. Zur Minimierung der Eingriffe in die Natur (Wald- und Landwirtschaftsflächen) wurden bis zu zehn Meter tief Dichtwände in den neuen Deich integriert. Diese ermöglichten, dass die erforderliche Deichverbeiterung bereichsweise reduziert werden konnte. Alle darüber hinaus unvermeidbaren naturschutzfachlichen Eingriffe wurden ausgeglichen.

Durch umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen an der Weschnitz mit dem Einbringen von Störsteinen und Totholz, sowie die Umgestaltung der drei Weschnitzinseln wurden die gewässerökologischen Verhältnisse an dem erheblich veränderten Wasserkörper der unteren Weschnitz aufgewertet. Dabei wurde der „Große Klauer“ zu einem Auewald umgestaltet.

Neben der Herbeiführung des Hochwasserschutzziels ist die Sanierung mit umfangreichen Vorteilen für die Kommunen verbunden. So wurde unter anderem die deichbegleitende Baustraße für den Übergang in das Eigentum der Kommunen als Schotterrasenweg ausgebaut. Die Sanierung der Gesamtmaßnahme „Weschnitzdeiche“ beinhaltet Gesamtinvestitionen des Landes Hessen in Höhe von rund 50 Millionen Euro. red

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel