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Artenschutz Exotische Haustiere werden immer beliebter / Jahresstatistik des Regierungspräsidiums Darmstadt, das auch Informationen zur Anmeldepflicht gibt

Schildkröten und Riesenschlangen sind besonders beliebt

Südhessen.Längst sind exotische Haustiere keine Seltenheit mehr. Deutschlandweit erfreuen sich exotische Haustiere wachsender Beliebtheit. In Südhessen sind laut der aktuellen Jahresbilanz Reptilien besonders beliebt – die Anzahl artgeschützter und oft exotischer Tiere nimmt in der Region zu. Das zeigt die aktuelle Jahresstatistik des Regierungspräsidium Darmstadts über die bei der Behörde gemeldeten Tiere geschützter Arten. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen der Halter beziehungsweise Züchter artgeschützter Tiere und auch die Zahl der gehaltenen Tiere geschützter Arten weiter angestiegen: Kamen 2019 auf 14 003 Halter/Züchter 126 482 Tiere, so kommen aktuell auf 14 729 Halter/Züchter 143 910 Tiere. Die größte Gruppe der artgeschützten gemeldeten Tiere stellen wieder die Reptilien mit 38 Prozent dar, darunter wieder eine sehr große Anzahl von Landschildkröten (38 695) und Riesenschlangen (6878).

Der größte Teil der gemeldeten artgeschützten Tiere stammt aus deutschen beziehungsweise europäischen Nachzuchten (94,5 Prozent). Das bedeutet, dass nur ein sehr geringer Teil der gemeldeten artgeschützten Tiere importiert wurde.

Die Anzahl der Einziehungen beziehungsweise Beschlagnahmungen von Tieren ist allerdings ebenfalls angestiegen: von 1993 Exemplaren (2019) auf 2403 (2020). Ein sehr großer Teil der beschlagnahmten Tiere sind europäische Landschildkröten. Ihre Halter haben die Pflicht einer Fotodokumentation, die der Kennzeichnungspflicht des Tieres dient. Sie muss in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden, um die Tier ein Leben lang in ihren einzelnen Lebensphasen zu identifizieren. Dafür werden pro Schildkröte ein Foto vom Rückenpanzer und eines vom Bauchpanzer gemacht.

Einziehungen beziehungsweise Beschlagnahmungen durch das RP als Artenschutzbehörde können erfolgen, wenn die Fotodokumentationen zur Kennzeichnungsmethode von den Haltern nicht fortgeführt wurden, so dass die EU-Bescheinigungen den Tieren nicht zugeordnet werden können.

Das Regierungspräsidium Darmstadt weist darauf hin, dass „artgeschützte Wirbeltiere anzumelden sind – mit Ausnahme der in Anhang 5 der Bundesartenschutzverordnung gelisteten Tiere“.

Fragen hierzu beantworten die Mitarbeiter im Artenschutzteam beim Regierungspräsidium Darmstadt. red

Info: https://rp-darmstadt.hessen.de /umwelt/naturschutz/ biologische-vielfaltartenschutz/internationaler-artenschutz

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