Bergstraße

Kommentar

Schimären über die Polizei

Seit 2017 gab es 377 Fälle von vermutetem oder nachgewiesenem Rechtsextremismus bei der deutschen Polizei. Jeder einzelne davon ist zu viel und muss verfolgt und sanktioniert werden. Aber hierzulande arbeiten um die 300.000 Menschen bei den Sicherheitsbehörden. Die Rechtsextremistenquote beträgt somit 0,13 Prozent. Das ist erstaunlich wenig, wenn man bedenkt, wie offen rechtsextreme Parteien bei Bundes- oder Landtagswahlen abgeschnitten haben. NPD und Republikaner kommen auf das vier- bis fünffache der Prozentzahl, die AfD, mit ihren extremen Gruppierungen, ist da noch gar nicht mitgezählt. Rechtsextreme sind bei der Polizei folglich deutlich unterrepräsentiert im Vergleich zur gesamten Bevölkerung. Das ist gut so und soll auch so bleiben. Verbreiteter Rechtsextremismus bei der Polizei ist also eine Schimäre, ein Trugbild und Hirngespinst, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Dabei haben es die Ordnungshüter nicht gerade leicht. Wer von radikalen Kohlegegnern im Hambacher Forst mit Kot beworfen oder in Hamburg oder Berlin von linken Chaoten angegriffen wird, muss schon viel Frustrationstoleranz mitbringen, um nicht ins andere Extrem abzugleiten. Vor allem, wenn Politiker wie die SPD-Vorsitzende Saskia Esken oder diverse Grüne sich dann auch noch offen gegen die Ordnungshüter und auf die Seite der Gesetzesbrecher stellen.

 
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