Bergstraße

Raus in den Garten Tierische Mitbewohner brauchen ein gesundes Umfeld und Toleranz – andernfalls können sie auch unleidlich werden

Schön, aber nicht immer einfach: Den eigenen Garten mit Tieren teilen

Bergstraße.Das hübsche Eichhörnchen, das durch die Wipfel turnt, die niedliche Meise vor ihrem Kasten: Die meisten Menschen finden Tiere im Garten ganz possierlich. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Andere können den Moment, in dem sie den Gemüsegarten endgültig aufgeben, genau benennen. Etwa, wenn völlig unerwartet ein paar Rehe in den Beeten stehen und es sich schmecken lassen.

Mühelos können die scheuen Tiere nämlich den Gartenzaun überwinden und fühlen sich inmitten von Kopfsalat und Stiefmütterchen sehr wohl, die sie mit gespitzten Lippen von den Stängeln pflücken. Rehe sind eben Feinschmecker. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass es sich ein paar Eichelhäher in den Erbsen gemütlich machen. Diese wiederum stören sich nicht an den Kaninchen, die nur widerwillig von den Kohlpflanzen ablassen, die der Gartenbesitzer zuvor mit viel Mühe gegen den Drahtwurm verteidigt hat.

Ein spannungsreiches Verhältnis

Die Erdbeeren haben sich indes schon die Schnecken geholt. All die Kunststoffnetze, Maschendrahtgeflechte und Metallfolien nehmen diese Tiere einfach nicht zur Kenntnis. Spannungsreich kann sich auch das Verhältnis zwischen dem Familienhund und den Gartentieren gestalten: Wenn der Jagdtrieb erwacht, fehlt es bisweilen an Umsicht, so dass der Vierbeiner beim Ausbuddeln eines Mauselochs dann unverhofft auf ein erstaunlich großes Volk von Erdwespen stoßen kann, die ihn quer durch den Garten jagen.

Die Hauskatze ist da etwas beherzter: Sie schleppt Kaninchen, die sie an den Ohren zu fassen bekommen hat, aus dem Bau und in die heimische Küche, wo die Tierchen dann panisch herumhoppeln. Und auch Wespen sind eigensinnige Tiere. Obstbäume betrachten sie gerade im Spätsommer als ihr Privateigentum und wenn sie sich irgendwo häuslich niedergelassen haben und von einem Menschen gestört werden, kann es leicht mal schmerzhaft werden.

Ähnlich rücksichtslos verhalten sich Singvögel: Sie bauen ihre Nester, wo sie wollen. Wer sich unvorsichtig oder unbedarft nähert, wird angemeckert und manchmal auch angegriffen. Besser, man wahrt die Privatsphäre der gefiederten Mitbewohner. Das ergibt dann in kleinen Gärten bisweilen ein Aufenthaltsverbot für ansonsten angenehm sonnige Ecken.

Freundlich, aber wirkungslos

Jahrelang versucht so mancher, aus seinem Grundstück einen Garten zu machen. Man erfreut sich an den Blumen und Erdbeeren und ist stets freundlich zu allen Tieren, statt sie zu vergiften, Fallen aufzustellen oder sie anderweitig zu vergrämen. Am Ende kann es jedoch sein, dass die Tiere gewinnen. Gemüse aus dem eigenen Garten, lautet das Fazit dann, werde doch überschätzt. red

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