Bergstraße

Geo-Naturpark Gemeinsame Pflanzaktion mit den Streuobstwiesenrettern am Kühkopf

Schweizer Wasserbirne ist Obstsorte des Jahres

Bergstraße.Streuobstwiesen prägen das Landschaftsbild entlang der Bergstraße und im Odenwald. Stellten sie früher vor allem eine wichtige Einkommens- und Nahrungsquelle für die Menschen in der Region dar, sind sie heutzutage als vielseitiger und wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere immer wichtiger. Indem der Geo-Naturpark eine Obstsorte des Jahres ausruft, will er auf den Schutz und den Erhalt der Artenvielfalt und der typischen Kulturlandschaft aufmerksam machen. Die Initiatoren konzentrieren sich auf alte regionaltypische Sorten - in diesem Jahr wurde die Schweizer Wasserbirne gekürt.

Eingeführt wurde die Obstsorte des Jahres zum Auftakt der Pflanzsaison im November mit einer gemeinsamen Aktion von Geo-Naturpark, der Streuobstwiesenretter und des Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf - und zwar an einem typischen Standort in der Rheinebene: der Knoblochsaue. Mit von der Partie in Hessens größtes Naturschutzgebiet auf der Altrheininsel am Kühkopf war eine Gruppe von Grundschulkindern, die sich mit Naturthemen im "grünen Klassenzimmer" beschäftigen.

Die helfenden Kinderhände packten bei Pflanzung und Erstschnitt fleißig an. Streuobstpädagogin Lisa Felker erklärte die notwendigen Schritte und Förster Peter Hahn schritt mit Schaufel und Wasserkanister zur Unterstützung der Kinder ein. Bei einer Ausstellung lernten die Jungen und Mädchen anschließend unterschiedliche Apfel- und Birnensorten kennen und ließen sich verschiedene Obstprodukte wie Säfte und Birnenmuß schmecken. Die Gruppe von Grundschulkindern übernimmt nun die Patenschaft für ihren Baum der Schweizer Wasserbirne. Für den Bestand der Streuobstwiesen sind richtiger und regelmäßiger Schnitt sowie Pflege unausweichlich.

Über Herkunft, Beschaffenheit und Verwendung der Schweizer Wasserbirne berichteten der Einhäuser Florian Schumacher von den Streuobstwiesenrettern und Christiane Stolz vom Geo-Naturpark. Im Sortenband für die damalige Region Starkenburg aus dem Jahr 1915 wurde die Birnensorte als Hochstamm für die Kommunen der Rheinebene empfohlen - wegen ihrer hohen ökologischen Anbaubreite ist sie jedoch ebenfalls bis in Hochlagen und auf weniger fruchtbaren Böden anzutreffen. Die eher kugelige, süße, sehr wässrige Frucht eignet sich durch ihren hohen Saftgehalt als Mostbirne. Die Bäume werden ziemlich hoch. red

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel