Bergstraße

Fußball Nach einem Jahr Pause wegen einer Leisten-Operation will der Profi zurück in die Elf von Borussia Dortmund

Sebastian Rode quält sich an der Bergstraße fürs Comeback

Archivartikel

Bergstraße.Mit einem Basketball in der Hand geht Sebastian Rode in die breitbeinige Kniebeuge, gegen den Widerstand eines engen, grünen Gummibandes, das seine Schenkel umschließt. Den Ball dotzt er auf den Boden, fängt er wieder und wirft ihn zu Trainer Harald Martin Becker. Der wirft das Spielgerät zum Fußballprofi zurück. Dann machen beide einen Schritt nach links und die Übung beginnt von vorn. „Deine Beine müssen auf einer Linie sein“, mahnt der Coach.

Mit solchen und ähnlichen Übungen bereitet sich der Mittelfeldspieler des Bundesligisten Borussia Dortmund im Bensheimer Fitnessstudio Pfitzenmeier auf die neue Saison vor. Während sich die Spieler der deutschen Nationalelf unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf das heutige WM-Gruppenspiel gegen Schweden vorbereiten, geht es für den Alsbacher um etwas anderes: Er will nach einer Leisten-OP, die ihn für die komplette vergangene Spielzeit außer Gefecht setzte, endlich wieder zurück auf den Rasen.

Mit der Heimat verwurzelt

An der Bergstraße feilt der 27-jährige nun an seinem Comeback. Er kommt noch häufig in die Region, seine Eltern leben nach wie vor hier. Auch sein Vater trainiert bei Pfitzenmeier. „Ich selbst bin aber zum ersten Mal hier im Studio“, sagt Rode.

Mit dem Badesee in Bensheim mit Laufstrecken zwischen den Feldern, am Alsbacher und am Auerbacher Schloss biete die Region gute Voraussetzungen für Sportler. Er pflege außerdem immer noch Kontakte zu den früheren Mannschaftskollegen aus den Vereinen, in denen er das Fußballspielen begann, etwa dem FC Alsbach. „Man sieht mich auch manchmal noch bei den Spielen des FC 07 Bensheim“, sagt er.

Im Bensheimer Fitnessstudio trainiert Rode seine Muskeln, seine Schnellkraft und seine Stabilität. In der Fußballschule von Elton da Costa, dem ehemaligen und zukünftigen Spielertrainer des FC 07, versucht er, sich wieder an die Bewegungen zu gewöhnen, die er auf dem Platz beherrschen muss, Abstoppbewegungen und Passspiel stehen auf dem Fußballplatz in Bickenbach auf dem Programm.

„Hin und wieder zwickt die Leiste noch. Aber insgesamt sieht es gut aus“, sagt Rode. Er hat sich viel vorgenommen. Die Konkurrenz um einen Startplatz auf seiner Position beim BVB ist noch größer geworden, seit die Westfalen Thomas Delaney geholt haben. Dennoch ist der Ex-Frankfurter optimistisch. „Es gilt jetzt erst einmal, fit zu werden und zu bleiben“, sagt er.

Am 2. Juli wird er zurück nach Dortmund fahren und einige Tage individuell und mit der zweiten Mannschaft trainieren, bevor am 7. Juli die Vorbereitung auf die Saison losgeht. Dann will sich Rode dem neuen Trainer Lucien Favre präsentieren. „Ich bin optimistisch, dass ich dann meine Chance bekomme, zu spielen“, sagt er. Dennoch weiß Rode, dass es nach dieser langen Pause nicht gleich von 0 auf 100 geht. In der kommenden Woche wird sich der Arzt, der ihn operiert hat, noch einmal die Leiste ansehen.

Individuelles Trainingsprogramm

Vor seinem Urlaub hat ihm die sportliche Leitung der Borussen einen Trainingsplan mitgegeben. „Heute Morgen war ich um 9 Uhr hier im Fitnessstudio. Um 12.30 Uhr ging es auf den Platz in Bickenbach“, sagt er. Insgesamt stünden pro Tag etwa 3,5 Stunden Sport auf dem Programm, dies für fünf bis sechs Tage am Stück, bevor es einen Tag oder zwei Tage Pause gibt. Die Belastung wird dabei nach und nach gesteigert.

Wie beim jedem Sportler gibt es auch bei Rode Übungen, die ihm besonders viel Freude machen und solche, die eher notwendige Pflicht sind. „Ich trainiere lieber den Oberkörper, als Kniebeugen zu machen“, verrät er. Außerdem laufe er lieber in Intervallen, als eine Stunde lang stur im selben Tempo.

Bevor Rode an die Bergstraße kam, hatte er Urlaub auf Kreta gemacht. „Da habe ich dann wirklich mal fast keinen Sport gemacht“, berichtet er – fast, weil trotzdem noch Aktivitäten wie Wandern oder Schwimmen zum Urlaubsprogramm gehörten.

Bei Pfitzenmeier trainiert Rode seit zwei Wochen. Bisher hielt er sich dort in Eigenregie fit, am Tag des BA-Gesprächs aber ausnahmsweise unter Anleitung von Personal Trainer Becker. „Im Prinzip geht es darum, die Schnellkraft zu stärken“, sagt die Sportliche Leiterin Mara Kische. Nach drei bis vier Minuten Warmmachen und Dehnen stehen die Basketball-Übung mit dem Gummiband und weitere sportliche Aufgaben an. Um Beine und Hüfte zu stärken, stellt sich Rode auf Anweisung des Trainers zwischen zwei kniehohen Barren auf, hebt dann ein angewinkeltes Bein an und dreht es vom Körper weg zur Seite. Dies wiederholt er in paar Mal links und rechts.

Eine weitere Übung: Schnelle Sprünge von einem Polster auf eine Gummikuppel, dann weiter zum nächsten Polster und wieder zurück. „Einige Übungen kannte ich noch nicht“, sagt Rode. Vielleicht werde er sich künftig öfter an ihnen versuchen: „Abwechslung ist im Training wichtig.“

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