Bergstraße

„Sechs bis acht Jahre Wartezeit“

Archivartikel

Magdalena Lange, Ärztin für Nephrologie (Nierenlehre), spricht über ihre Arbeit.

Frau Lange, Sie sind die ärztliche Leitung des Zentrums für Nieren- und Hochdruckerkrankungen in Bensheim-Auerbach. Wie viele Patienten warten in Bensheim auf eine Nierentransplantation?

Magdalena Lange: Wir im Dialysezentrum im Bensheimer Stadtteil Auerbach betreuen gegenwärtig knapp 30 Patienten, die auf der Liste für eine Organtransplantation stehen und warten. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Menschen werden immer älter, und natürlich kommen auch ältere Patienten auf diese Transplantationsliste.

Wie lange befinden sich Ihre Patienten in der Dialyse, bis sie eine neue Niere bekommen?

Lange: Die Wartezeiten steigen, so dass es schonmal sechs bis acht Jahre dauern kann, bis eine Transplantation erfolgt. Die Zahl derer, die überhaupt eine Niere bekommen, ist ebenfalls stark rückläufig. Das kann ich seit Jahren beobachten. Wobei wir uns hier in der Region noch in einer günstigen Lage befinden: Wir befinden uns in Nachbarschaft zu den großen Krankenhäusern in Mannheim, Heidelberg und Frankfurt. Aus diesem Grund kann man nicht einmal sagen, dass unsere Zahlen repräsentativ sind. In anderen Regionen ist die Situation aber eine ganz andere.

Gibt es ein Schicksal, das Ihnen als betreuende Medizinerin besonders nahe gegangen ist, das jedoch durch eine Organspende noch ein gutes Ende nahm?

Lange: Da fällt mir ein junger Mann ein, Mitte 40, der eine seiner Nieren aufgrund eines Tumors verloren hat. Etwa zehn Jahre später wurde er dann dialysepflichtig. Er hatte aber das Glück, dass er innerhalb von drei Jahren doch ein Spenderorgan erhielt. Das ist inzwischen sechs Jahre her – und es funktioniert alles bestens. ahei

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel