Bergstraße

Geldinstitut Landratskandidat unterstützt die Argumentationslinie von Wilkes und Schimpf

SPD-Mann Krug findet eine Sparkassenfusion sinnvoll

Archivartikel

Bergstraße.Ein Zusammengehen der Sparkassen Bensheim und Starkenburg „macht Sinn“, betont der Bergsträßer Finanzdezernent und SPD-Landratskandidat Karsten Krug. Er teilt damit die Meinung des früheren Landrats Matthias Wilkes (CDU).

„Warum man die Chance auf eine Fusion auch nur ansatzweise nicht nutzen und gleich von vornherein ausschließen will, ist nicht nachzuvollziehen“, so der Kreisbeigeordnete.

Natürlich dürfe es bei einem Zusammenschluss keinen Personalabbau geben, fordert er. In vielen Kreis-Kommunen und deren Ortsteilen würden Sparkassen-Filialen geschlossen oder werde der Kundenservice vor Ort runtergefahren, so Krug.

Er kann die Argumente dafür zwar nachvollziehen: notwendige Einsparungen aufgrund der veränderten finanzpolitischen Rahmenbedingungen. Aber, fügt der Finanzfachmann hinzu: „Durch Synergien in Rahmen einer Fusion lassen sich sicherlich genauso viele Aufwendungen einsparen wie durch Filialschließungen.“

Krug hebt deshalb hervor: „Da sollte erstmal das Gegenteil bewiesen werden.“ Denn es geht seiner Meinung nach doch um mehr als um Pöstchen und Macht: „Es geht um unsere Region, unsere Bürger und vor allem auch um die nachhaltige Stärkung des ländlichen Raums.“

Ziel ist für den Landratskandidaten die Zukunftssicherung des Sparkassenwesens im Kreis und damit auch die Sicherung der Daseinsvorsorge. Er hat dabei „besonders die nicht mehr so mobilen Bürger in den Regionen fernab der Großstädte im Blick, die auf eine kundenorientierte Ausrichtung der Sparkassen angewiesen sind.

„Keine Denkverbote“

Der Kreisbeigeordnete ist inhaltlich ebenso beim Vorstandssprecher der Bergsträßer Grünen, Matthias Schimpf. Der fordert eine starke Sparkassen-Struktur in der Region, die als Partner für die Menschen auch in der Fläche agiert und als Arbeitgeber eine wichtige Rolle einnimmt. Deshalb darf es dem Grünen-Mann zufolge „keine Denkverbote geben“, wenn eine Fusion angebracht sein sollte.

Matthias Wilkes hatte angeführt, dass der Kreis Bergstraße der einzige Landkreis in Hessen ohne eine kreisweite Sparkasse sei. Das zersplitterte Sparkassenwesen habe allein historische Gründe, so seine Argumentation. Die aktuellen Sparkassen wurden innerhalb der Grenzen der Gebietskörperschaften der ehemaligen Landkreise, die dem Landkreis Bergstraße vor über 80 Jahren vorausgingen, gegründet.

Verständnis für Sorgen

Der Bergsträßer Finanzdezernent Krug versteht natürlich die Sorgen des Sparkassen-Personalrats, sollte es zu einem Zusammenschluss kommen. Es sollten aber alle Möglichkeiten durchgeprüft werden, sieht er sich mit Schimpf auf einer Linie.

Und er unterschreibt auch Wilkes‘ Aussage, dass die Sparkassen den Gemeinden und damit allen Bürgern gehören. Deshalb sollte genau hingeschaut werden, „ob man etwa für einen teuren Neubau Geld ausgeben möchte – oder vielleicht bei einer Fusion gut dotierte Vorstandsposten erst gar nicht mehr besetzen“ müsste. red

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