Bergstraße

Gewinnausschüttung Verwaltungsratsspitze reagiert auf Kritik

„Stabile Sparkasse nutzt den Städten“

Bergstraße.Der Landesrechnungshof hat kürzlich Kritik an den Sparkassen erhoben, zu wenig oder keine Gewinne an die Kommunen auszuschütten. Diesen Hinweis hatte auch Fraktion der Grünen in der Lorscher Stadtverordnetenversammlung aufgegriffen. Dazu nehmen jetzt der Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse, der Bensheimer Bürgermeister Rolf Richter, und Stellvertreter, der Lorscher Verwaltungschef Christian Schönung, Stellung.

Die Stadtverordnetenversammlung Bensheim habe bereits im vergangenen Jahr den Magistrat beauftragt, mit dem Sparkassenzweckverband Gespräche aufzunehmen mit dem Ziel, unter Berücksichtigung der Gewährleistung der wirtschaftlichen Stabilität der Sparkasse Bensheim, künftig an deren wirtschaftlichem Ergebnis beteiligt zu werden, heißt es in der Erklärung der beiden Stadtoberhäupter.

Dem Hauptzweck nachkommen

Grundsätzlich sei entscheidend, dass die Sparkasse ihrem Hauptzweck nachkommen kann: Kredite in der Region zu vergeben. Erst wenn dafür ein wirtschaftlich starkes Fundament vorhanden sei, könne über eine Gewinnausschüttung nachgedacht werden. „Eine starke Position der Sparkasse, gerade in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, hat höchste Priorität. Aus diesem Grund haben die Gremien der Sparkasse in der Vergangenheit stets beschlossen, die Gewinne dem Eigenkapital zuzuführen“, argumentieren Richter und Schönung.

In ihrer Stellungnahme heißt es weiter, dass eine Prüfung über die Frage der Gewinnausschüttung bereits in der Vergangenheit jährlich vorgenommen wurde. In diesem Jahr entscheide der Verwaltungsrat im Juni über diese Frage. „Man strebt eine Entscheidung an, die eine angemessene Lösung im Sinne der Sparkassen und im Interesse der Kommunen darstellt“, so Richter und Schönung.

Richter weist auf eine Vorgabe der Europäischen Zentralbank hin, aus der hervorgeht, dass sie größten Wert auf die politische Unabhängigkeit des Verwaltungsrats und seiner Mitglieder legt. Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Christian Schönung betont, „dass der Verwaltungsrat das Gesamtinteresse der Sparkasse zu vertreten hat“.

Das Gremium setzt sich aus 15 Personen zusammen: Fünf Bürgermeister, fünf Vertreter des Personals und fünf sachkundige externe Personen. „Sparkassen sind Unternehmen, die nicht nach Kassenlage der Kommunen geführt werden dürfen“, betont Richter, der zudem darauf hinweist, dass die Sparkasse Bensheim bereits über die Gewerbesteuer Abgaben an die Kommunen abführt. Darüber hinaus erbringe die Sparkasse Bensheim im Bereich der Vereinsförderung erhebliche Leistungen. „Von einer starken und gut aufgestellten Sparkasse profitieren auch die Kommunen“, sagen Richter und Schönung. red

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