Bergstraße

Kommentar

Statistik gegen Verschwörung

Archivartikel

Es wird nicht lange dauern und die Verschwörungstheoretiker hierzulande werden den US-Präsidenten Donald Trump als Vorbild hinstellen, wie man mit der Corona-Pandemie am besten umgeht. Wenn schon ein 74-jähriger übergewichtiger Amerikaner Corona anscheinend halbwegs schnell wegsteckt, dann kann das alles nicht so schlimm sein. Beschränkungen des öffentlichen Lebens sind im Umkehrschluss völlig übertrieben.

Dem entgegen stehen neue Zahlen des Robert-Koch-Instituts. In der ersten Oktoberwoche ist die Zahl älterer Menschen, die sich hierzulande neu infizieren, gewachsen. Parallel dazu stieg der Anteil intensivmedizinisch behandelter Corona-Patienten. Zurzeit werden derzeit 449 Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 219 davon beatmet. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 352 (195 beatmet) gelegen, in der Woche davor bei 278 (151 beatmet). Das sind Wachstumsraten von rund 27 Prozent – pro Woche.

Rund 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. Das mag noch nach viel Platz klingen. Doch wenn die Infektions-Dynamik sich so entwickelt wie in den letzten drei Wochen, sind alle Intensivbetten um Weihnachten herum belegt. Falls die Dynamik steigt, was nach den Erfahrungen vom Frühjahr zu vermuten ist, entsprechend früher.

 
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