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Kommentar

Stuttgart: Gewalt feiern

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Wenn man früher als Jugendlicher ein Polizeiauto auch nur von weitem sah, wurde man nervös. Das konnte am frisierten Moped liegen, am Fahren ohne Helm oder dem letzten Bier im Jugendtreff oder dem Clubhaus des Fußballvereins. Respekt vor der Polizei wäre zu milde ausgedrückt, Bammel trifft es eher, aufgrund eines (nicht immer gerechtfertigten) schlechten Gewissens. Mit der Polizei wollte man besser nichts zu tun haben.

Und heute? Eine latent zunehmende Neigung zu Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber Polizisten, nicht nur in Stuttgart. Unstrukturiertes Freizeitverhalten nennen Wissenschaftler die öffentlichen Besäufnisse von Jugendlichen, die mit sich und ihrer Zeit nichts anzufangen wissen und Polizisten attackieren, die ihren Job machen.

Der Partyszene seien sie zuzuordnen, heißt es. Party ist ein zwangloses Fest mit Musik und Tanz, so der Duden. Party ist verharmlost das Grundproblem. Nach Angaben von beteiligten Polizisten in Stuttgart handelt es sich um überwiegend migrantische Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene, die sich an keine Regeln halten und provozieren, wo es nur geht. Die Gewalt wird anschließend noch im Internet, oder besser in den asozialen Medien, gefeiert. Und wie begegnet man dem? Mit allen Mitteln des Rechtsstaats, die reichen von der stärkeren Polizeipräsenz über Videoüberwachung bis zum Sozialarbeiter und Abschiebung.

 
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