Bergstraße

Kommentar

Subventions-Impfung

Wie nicht anders zu erwarten, wird ein Corona-Impfstoff an den Meistbietenden zuerst verkauft. Die US-Behörde Barda, die Impfprogramme unterstützt und Entwicklungs- und Produktionskosten trägt, hat den Pharmakonzern Sanofi an sich gebunden, einen der größten Impfstoffhersteller der Welt. Dessen Chef kündigte denn auch vollmundig an, wer zuerst und genug bezahlt, darf auch zuerst bestellen. Das mag man kaufmännische Logik oder auch Erpressung nennen.

Eine Handhabe dagegen gibt es nicht. Nun werden viele wieder schreien, dass vaterlandslose Kapitalisten nur auf ihren Vorteil bedacht sind und skrupellos in die Taschen der Steuerzahler greifen, in dem Fall zuerst die der amerikanischen. Es sei denn die Europäer raufen sich zusammen und machen auch ein Angebot. Denn es spielt auch keine Rolle, dass Sanofi ein französisches Unternehmen mit deutschen Wurzeln ist (Hoechst aus Frankfurt) ist. Es bringt eben doch nichts, die Produktion von Impfstoffen oder Medikamenten nach Europa zu holen, wie vielfach gefordert, wenn sie von dort aus in die USA verkauft wird.

Subventionswettläufe mit Steuergeld mögen verdammenswert sein, aber es gibt sie nun mal. Und ganz so heilig sind auch die Staaten in der EU nicht. Es waren deutsche Ministerpräsidenten, die vor nicht allzu langer Zeit den amerikanischen Elektroautohersteller Tesla umwarben, der eine neue Fabrik in Europa plante. Mit Millionensummen wurde er schließlich ins Brandenburgische gelockt.

 
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