Bergstraße

Kriminalität Mann sticht auf Mitarbeiter eines Lottoladens ein / Opfer schwer verletzt

Täter muss in U-Haft

Weinheim.Dramatische Szenen in der Weinheimer Fußgängerzone: Es ist Montag, 13 Uhr, viele Schüler sind unterwegs, Mütter mit Kinderwagen, Rentner. Plötzlich dringen Hilfeschreie aus dem Lottogeschäft schräg gegenüber der Commerzbank-Filiale, ein Mann (24) kommt heraus, bricht vor der Bank blutüberströmt zusammen. In der Tür steht der mutmaßliche Angreifer (46), ein Messer in der Hand. Schocksekunden. "Man denkt immer, dass man in einer solchen Situation sofort eingreift und hilft, aber ich war sekundenlang wie gelähmt", sagt einer der Augenzeugen später.

Wenige Minuten später sind schwer bewaffnete Polizisten vor Ort. Der Angreifer wird überwältigt, liegt vor dem Tabakladen auf dem Boden, seine Hände sind auf dem Rücken gefesselt, während sein schwer verletztes Opfer - ein Mitarbeiter des Tabakladens - von Notarzt und Rettungssanitätern versorgt wird.

Spurensicherung im Einsatz

Als der junge Mann auf einer Trage in den Krankenwagen geschoben wird, kommt es zu einem Tumult. "Ich bring Dich um! Ich bring Dich um!", schreit ein anderer junger Mann, offenbar der Bruder des Opfers, aus vollem Hals in Richtung des mutmaßlichen Täters. Er ist außer sich, zückt ein Messer. Die Beamten reagieren sofort, stellen das Messer sicher, halten den Mann in Schach.

14.15 Uhr, eine Stunde später. Der Tatort ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Niemand darf jetzt durch, denn die Spurensicherung ist da. Während Kripobeamte die Mitarbeiter in den umliegenden Geschäften befragen, macht der Mann im weißen Ganzkörperanzug Fotos vom Tatort.

Fabio Perfetti, der Besitzer des Tabakladens, ist inzwischen auch vor Ort. Viele Kunden und Bekannte kommen vorbei, klopfen ihm beruhigend auf die Schulter. Was passiert ist? "Ich weiß es doch selbst nicht", sagt er.

Auch wie es seinem Mitarbeiter geht, hat er noch nicht in Erfahrung bringen können und seinen Laden darf er immer noch nicht betreten. Kopfschütteln bei den Schaulustigen und Passanten. "Es wird immer schlimmer", sagt ein Mann.

Der 46-jährige dringend Tatverdächtige, so schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung, wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt und kam daraufhin wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft. "Die weiteren Ermittlungen, insbesondere zum Tatmotiv, dauern an", heißt es abschließend.

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