Bergstraße

Theorien zur Unglücksursache

Theorie der Anklage: Für den TÜV-Gutachter untermauert ein Video vom Brandausbruch die Theorie der Staatsanwaltschaft: Die leicht schrägstehende Flamme mit hohem Rußanteil sei typisch für das Butengemisch, mit dem die versehentlich angeschnittene Leitung gefüllt war. Dass die Flamme unten abknickt, zeige, dass der Stoff seitlich aus dem Rohr ausgetreten ist. Was genau zu dem falsch gesetzten Flex-Schnitt passt, der für die Staatsanwaltschaft die Ursache des Unglücks ist.

Verteidigung Theorie 1: Der Schlosser hat die richtige Leitung angeschnitten, doch die enthält noch Reste von Propylen, die sich im Kompensator gesammelt haben, in die Leitung zurückgeliefen und sich durch die Funken des Trennschleifers entzündeten. Das hält der Experte für „sehr unwahrscheinlich“.

Theorie 2: Der Angeklagte schnitt das richtige Rohr an, in dem sich aber noch Propylen-Reste befanden. Die Flex-Funken entfachten deshalb ein kleines Feuer, durch das ein bislang unentdecktes Leck an einer anderen Gasleitung in Brand geriet und das Inferno auslöste. Für den Experten ebenfalls wenig wahrscheinlich.

Theorie 3: Aus einer anderen Pipeline war vorher eine brennbare Flüssigkeit ausgetreten, die eine Lache im Rohrgraben bildete. Diese fing durch Funkenflug Feuer. Auch dieser Version erteilt der Gutachter eine Absage. Alle Szenarien passten nicht zum Flammenbild.

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