Bergstraße

Spende Inner-Wheel-Club Bensheim-Lamperheim unterstützt die Rettungshundestaffel

Tierische Helfer mit ausgezeichneter Spürnase

Bergstraße.Sie investieren nicht nur einen großen Teil ihrer Freizeit, sondern auch ihr eigenes Geld, und dennoch ist ihre Arbeit nur wenigen bekannt: Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis sind immer dann zur Stelle, wenn die Polizei Unterstützung bei der Suche nach vermissten Personen benötigt.

Rund 50 Mal im Jahr werden die Hundeführer mit ihren vierpfotigen Spürnasen von der Polizei angefordert. Dann brechen sie bei Wind und Wetter zu jeder Tages- oder Nachtzeit zu den meist mehrstündigen Einsätzen auf. Hinzu kommen wöchentliche Trainings mit den derzeit zehn Hunden, um deren Ausbildungsstand zu erhalten sowie Seminare und Weiterbildungen für die Hundeführer. Denn auch diese müssen einiges tun, um den Anforderungen gerecht zu werden. Dazu gehören zum Beispiel umfassende Kenntnisse in Erster Hilfe am Menschen und auch am Hund oder der Umgang mit Karten, Kompass und GPS.

Der finanzielle Aufwand ist hoch. Die gesetzlich vorgeschriebene Einsatzkleidung muss alle fünf Jahre erneuert und selbst gekauft werden. Auch die Kursgebühren und natürlich die Kosten für die Fahrten zu den Sucheinsätzen müssen selbst getragen werden.

Dieses Engagement hat den Inner-Wheel-Club Bensheim Lampertheim so beeindruckt, dass die Clubmitglieder eine Spende in Höhe von 1500 Euro an die Hundestaffel übergeben haben – verbunden mit der Hoffnung, dass sich künftig noch weitere Spender finden. Schließlich werde die Arbeit für Mensch und Hund nicht weniger, sondern mehr.

„Seit Jahren verzeichnen wir steigende Einsatzzahlen“, erläutert Harald Fertig, Vorsitzender der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis. „Das hat in erster Linie demografische Gründe. Es gibt immer mehr ältere und demente Menschen, dadurch nehmen die Vermisstenfälle zu.“ Aber auch die Suche nach Kindern, die sich verlaufen haben, oder nach Menschen mit Suizidabsichten gehört zum Einsatzspektrum der Hundeführer. Geht bei der Polizei eine Vermisstenmeldung ein und es wird Unterstützung bei der Spurensuche benötigt, wenden sich die Polizisten an die Bergsträßer Rettungshundestaffel. Die Polizei selbst unterhält keine eigene Suchhundestaffel. Ein Grund, warum bereits 2013 ein Kooperationsvertrag mit der hessischen Polizei geschlossen wurde, in dem sich der Verein bereiterklärt hat, für die Vermisstensuche das ganze Jahr rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen.

Dass der Verein für seine Einsätze keinerlei Aufwandsentschädigung und auch sonst keine Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln erhält, liegt daran, dass in Hessen die Personensuche generell umsonst ist. Auch die Polizei stellt den Angehörigen für eine Vermisstensuche keine Rechnung.

Die Mitglieder der Rettungshundestaffel beklagen sich nicht. Wie so viele ehrenamtlich Tätige schöpfen sie ihre Motivation daraus, dass sie Menschen helfen können. „Wenn wir mit Unterstützung unserer Hunde eine vermisste Person wiederfinden können und in die erleichterten Gesichter der Angehörigen blicken, wissen wir, dass sich der Einsatz gelohnt hat“, versichert Harald Fertig. „Außerdem sind wir der Überzeugung: Ein Hund braucht eine Aufgabe.“ red

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