Bergstraße

Unwort des Jahres gesucht

300 verschiedene Vorschläge gingen bereits bei der Jury ein

Noch bis zum Jahresende können alle Bürger Vorschläge für das „Unwort des Jahres 2018“ einschicken. Bis Oktober sind unter der Mail-Adresse vorschlaege@ unwortdesjahres.net bereits rund 500 Einsendungen mit circa 300 verschiedenen Vorschlägen eingegangen.

Spitzenreiter ist mit etwa 100 Einsendungen das Wort Asyltourismus. Weitere eingeschickte Ausdrücke sind zum Beispiel Anti-Abschiebe-Industrie/Abschiebe-Verhinderungs-Industrie, Blutaustausch (für die Verjüngung von Personal), Denkmal der Schande (für das Holocaust-Denkmal in Berlin), Feminismus-Flausen, Grenzöffnung oder Vogelschiss (in der Geschichte) (für Verbrechen des Nationalsozialismus).

Die institutionell unabhängige und ehrenamtlich arbeitende Jury aus vier SprachwissenschaftlerInnen und einem Journalisten wird in diesem Jahr durch den Autor und Kabarettisten Jess Jochimsen ergänzt. Das „Unwort des Jahres 2018“ wird am 15. Januar verkündet.

Zum 28. Mal seit 1991 soll das „Unwort des Jahres“ bestimmt werden. Die sprachkritische Aktion möchte auf unangemessene Formen des öffentlichen Sprachgebrauchs aufmerksam machen und dadurch Sprachreflexion und Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern. Es können Vorschläge aus allen Feldern der öffentlichen Kommunikation eingesandt werden, die gegen das Prinzip der Menschenwürde verstoßen oder die gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen oder die einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend sind.

Wichtig ist, dass die betreffenden Wörter und Formulierungen öffentlich geäußert wurden, eine gewisse Aktualität besitzen und der Äußerungskontext bekannt ist und von den Einsendern möglichst belegt wird. Die Häufigkeit der Einsendung eines Vorschlags spielt dagegen keine Rolle für die Entscheidung der Jury. red

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