Bergstraße

Aktienranking Bergstraße/Südhessen und Rhein-Neckar im Plus / Rhein-Main verliert abermals

Viele Aktien aus der Region starten mit Schwung ins neue Jahr

Bergstraße.Das neue Jahr hat für die meisten Aktionäre von börsennotierten Unternehmen aus der Region gut angefangen. Sowohl die Papiere aus dem Depot Bergstraße/Südhessen als auch Rhein-Neckar lagen mit rund vier beziehungsweise zwei Prozent im Plus. Bei den Aktien aus dem Depot Rhein-Main setzte sich die Talfahrt aus dem vergangenen Jahr dagegen fort. Hier ging es seit dem Jahreswechsel um mehr als drei Prozent bergab.

Den besten Jahresstart in Südhessen erwischte der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck. Positive Studienergebnisse zum Mittel Bavencio gegen Blasenkrebs sind früher gekommen als erwartet. Das ist von Vorteil für den Konzern, meint Analyst Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan.

Der Start verlief sogar so gut, dass manche Analysten schon wieder warnen. Experten der britischen Investmentbank Barclays etwa sehen für die Merck-Aktie im ersten Quartal größeres Abwärtspotenzial. Nach Ansicht von Analystin Emily Field dürfte sich die zuletzt starke operative Gewinndynamik im laufenden Jahr nicht wiederholen.

Stärkung durch Übernahme

Auch beim Bensheimer Dentalspezialisten Dentsply Sirona ging es weiter bergauf. Hier darf man gespannt sein, ob der Höhenflug der Aktie mit den nächsten Quartalszahlen unterlegt wird.

Mit Wachstum beim Aktienkurs glänzt auch TE Connectivity. Der Elektrotechnikkonzern will seine Position zudem mit einer Übernahme stärken. Demnächst wird voraussichtlich das Berliner Unternehmen First Sensor zu TE gehören, ein Spezialist für Sensoren und Kameras für Fahrassistenzsysteme in Autos und Drohnen. First Sensor hat 900 Mitarbeiter weltweit und erzielt einem Umsatz von rund 155 Millionen Euro. Der Wert der Übernahmetransaktion wird mit mehr als 300 Millionen Euro angegeben.

Aufwärts ging es auch mit dem Zwingenberger Biotechnologieunternehmen Brain. Hier wächst der Vorschusslorbeer für den neuen Vorstandsvorsitzenden Adriaan Moelker, der Anfang Februar sein Amt antritt. Erste und wichtigste Aufgabe wird es sein, das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zu führen.

Etwas aus der Reihe im Depot Bergstraße/Südhessen fällt der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich. Angesichts der momentanen konjunkturellen Unsicherheit rechnet man mit einem Rückgang bei Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr, teilte das Unternehmen vor Weihnachten mit. Vom dadurch ausgelösten Kursrutsch hat sich die Aktie noch nicht so recht erholt.

Etwas schwächer im Depot Rhein-Neckar startete die Aktie der BASF. Die DZ Bank meint, dass der Konzern sein Bauchemiegeschäft zwar zu einem guten Preis verkauft habe, so Analyst Peter Spengler. Die Lage der Weltwirtschaft dürfte aber auch im ersten Halbjahr 2020 schwach bleiben; vor allem im europäischen Automobilsektor, einem der wichtigsten Kunden des Ludwigshafener Unternehmens.

Geschäfte mit Cloud-Angeboten

Auf den Softwarekonzern SAP hält die britische Investmentbank Barclays große Stücke. Wie Analyst James Goodman meint, liegt der Fokus 2020 sowohl auf der Entwicklung des Cloud- wie auch des Lizenz-Geschäfts. Für die Zukunft sieht der Experte frischen Aufwind. Die Schweizer Großbank UBS erwartet einen beschleunigten Wandel des Geschäftsmodells hin zu Cloud-Angeboten, so Analyst Michael Briest.

Aktionäre von Fuchs Petrolub starteten ebenfalls mit einem Plus in das neue Jahr, Südzucker-Anteilseigner hingegen mussten Einbußen hinnehmen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs sieht im europäischen Konsumgütersektor 2020 nur wenig Potenzial für weiter steigende Bewertungen, so Analyst John Ennis.

Aufwärts mit Lufthansa

Wenig Neues und schon gar nichts Gutes ist von Analystenseite über die Deutsche und die Commerzbank zu hören. Das Analysehaus RBC präferiert statt europäischer eher die Aktien von US-Investmentbanken. In Europa habe allenfalls die Schweizer UBS das Zeug, sich mit Blick auf die anstehende Bilanzsaison besser zu entwickeln als die Aktien der Konkurrenz. Das Analysehaus Independent Research rät die Commerzbank-Aktie zu verkaufen. Immerhin werten die Experten die avisierte Komplettübernahme der Direktbank Comdirect aufgrund bestehender Synergieeffekte positiv.

Aufwärts könnte es wieder mit der Lufthansa gehen. Das US-Analysehaus Bernstein Research meint, dass nach einem herausfordernden Jahr 2019 das Umfeld für europäische Fluggesellschaften 2020 etwas freundlicher aussieht. Die Lufthansa-Aktie zähle im neuen Jahr zu seinen Favoriten. Maßnahmen bei der Tochter Eurowings und ein günstigeres Kapazitäten-Umfeld dürften 2020 die Durchschnittserlöse stützen.

Beim Flughafenbetreiber Fraport glaubt die Schweizer Großbank UBS, dass Abschluss hoher Investitionen des Konzerns es der Aktie erlauben könne, die Lücke zur Konkurrenz zu schließen, so Analyst Cristian Nedelcu. Weiterhin sieht er mittelfristig im Einzelhandelsgeschäft Selbsthilfepotenzial.

Bei der Opel-Mutter Peugeot will die gleichnamige Familie ihre Anteile erhöhen. Im Dezember hatten Peugeot und Fiat Chrysler ihre Fusion beschlossen. Sie wollen damit den viertgrößten Autohersteller der Welt schmieden. Nur VW, Toyota aus Japan und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund sind größer als der neue Auto-Gigant.

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