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Fachkräftemangel Das Handwerk bleibt auf der Strecke

Vielfältige Ursachen

Ein Fachkräftemangel ist in Europa schon länger bekannt. Doch woran liegt das?

In einigen Berufen ist eine Verbesserung des Fachkräftemangels zu sehen, wie zum Beispiel beim Handel und im Metallbau. Jedoch gibt es hier trotzdem immer noch einige Engpässe. Auch bei den aufstrebenden technischen Berufen gibt es, trotz steigender Nachfrage der Berufe, eindeutig zu wenig fachkompetente Arbeiter. Gerade in der Pflege- und Gesundheitsbranche sind die fehlenden Fachkräfte deutlich zu spüren. Dies ist beispielsweise auch in Bensheim zu beobachten, wo es wegen des Mangels an Geburtshelfern zur Schließung der Geburtenstation im Heilig-Geist-Hospital gekommen ist.

Es sind jedoch viele Unterschiede bei diesem Thema in Europa festzustellen. Im Norden Europas gibt es einen eindeutigen Fachkräftemangel, während es im Süden Europas einen Fachkräfteüberschuss gibt. Viele Fachkräfte finden in Spanien, Portugal, Griechenland und in Italien keine Festanstellung.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen für den Fachkräftemangel in Deutschland sind vielfältig. Ein großes Defizit ist, dass Ausbildungsbetriebe meistens nur so viele Facharbeiter ausbilden, wie die Firma selbst benötigt und auch einstellen kann. Somit werden die wenigen Jugendlichen, die für die Fachbereiche begeistert werden können, direkt an die Firmen gebunden. Andere Jugendliche können nur schwer für die unterschiedlichen Fachbereiche begeistert werden. Die weiterführenden Schulen spielen hierbei auch eine Rolle. Die Schüler werden mehr für eine akademische Laufbahn als für eine Ausbildung begeistert. Es werden immer mehr Schüler zu den Gymnasien geschickt und anschließend auf die Universitäten oder Hochschulen. Das Wissen wird weitergeben, aber das Handwerkliche bleibt auf der Strecke. Die Theorie steht in vielen Schulen vor der Praxis. Ein weiteres Problem stellen in einigen Fällen auch die Eltern dar. Sie schicken ihre Kinder oft auf das Gymnasium. Dadurch werden sie animiert ein Studium anzufangen, anstatt einer Ausbildung.

Um den Fachkräftemangel reduzieren zu können, müssten viele Betriebe familienfreundlicher werden. Einige Betriebe unterstützen Mütter und Väter nicht richtig. Dies liegt meistens an der nicht vorhandenen Flexibilität der Arbeitszeiten, des Arbeitsortes oder der fehlenden Kinderbetreuung im Betrieb.

Die Lücken der Facharbeiter können durch Facharbeiter und junge Menschen aus dem Ausland gefüllt werden. Letztere müssen jedoch erst noch die deutsche Sprache erlernen, um erfolgreich eine Ausbildung absolvieren zu können.

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