Bergstraße

Gesellschaft Mehrtägige Fahrt des Vereins Brücke/Most nach Polen / In Breslau und Niederschlesien Station gemacht

Völkerverständigung im Partnerkreis Schweidnitz

Bergstraße.Das Miteinander zwischen Deutschland und Polen durch partnerschaftliche Begegnungen zu pflegen und zu verbessern, ist das Hauptanliegen des Partnerschaftsvereins „Brücke/Most“, der vor mehr 15 Jahren gegründet wurde. Seit dieser Zeit wurden eine Fülle von Aktivitäten durchgeführt und somit speziell die Freundschaft zwischen den beiden Kreisen Bergstraße und Schweidnitz/Swidnica in Polen gefördert. In diesem Jahr stand eine Reise nach Schweidnitz und Niederschlesien auf dem Programm.

Unter der Leitung der beiden Vorsitzenden des Vereins, Philipp Otto Vock und Ewa Redemann, sowie des Rechners Norbert Golzer hatte die Reisegruppe aus dem Kreis Bergstraße die Möglichkeit, sowohl Schweidnitz als auch die nähere Region kennenzulernen. Die Teilnehmer waren überaus beeindruckt von den Sehenswürdigkeiten und der Schönheit dieses Teils von Polen. Untergebracht in einem zentral gelegenen Hotel, konnte die Reisegruppe schnell die Altstadt in Schweidnitz mit dem wunderschönen Marktplatz, dem Rynek, erreichen und dort die einmalige Atmosphäre genießen.

Auf der Hinfahrt wurde in Görlitz eine Pause eingelegt – verbunden mit einer kleinen Stadtführung. Dabei konnte das einmalige Ensemble der Altstadt bewundert werden. Vieles war dort über die historische und wirtschaftliche Bedeutung dieser schönen Stadt zu erfahren.

Zentrum des Widerstandes

Am ersten Tag stand ein Besuch in Kreisau auf dem Programm. Die Geschichte des Ortes ist seit dem 19. Jahrhundert eng mit der Familie von Moltke verbunden, insbesondere mit dem „Kreisauer Kreis“, einer Gruppe von Gegnern des Nationalsozialismus, die sich dort in während des Dritten Reiches versammelten.

In der jüngsten Vergangenheit wurde Kreisau bekannt, weil hier 1989 die historische Versöhnungsmesse stattfand, in der die damaligen Regierungschefs Polens und Deutschlands, Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl, durch die berühmt gewordene Umarmung beider Politiker zum Symbol einer Wende in den deutsch-polnischen Beziehungen wurde. Heute hat sich die „Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung“ zur Aufgabe gestellt, Jugendliche unterschiedlicher Nationen zusammenzuführen und an diesem historischen Ort einen aktiven Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.

Austausch von Gastgeschenken

Bei einer Stadtführung in Schweidnitz durfte ein Besuch des Domes St. Stanislaus und Wenzel sowie der weltbekannten Friedenskirche, einem Unesco-Weltkulturerbe, nicht fehlen. Die Friedenskirche gilt als größte barocke Holzkirche Europas und bietet aufgrund ihrer Bauweise mit mehreren Emporen für circa 7500 Besuchern Platz. Ein fulminantes Orgelkonzert rundete den beeindruckenden Besuch ab.

Im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens wurden die Bergsträßer Reisegruppe von Marek Zywer, dem Vorsitzendens des polnischen Freundschaftskreises, sowie dem Vizelandrat des Kreises Schweidnitz empfangen. Die gegenseitige Freundschaft wurde auch durch den Austausch von Gastgeschenken bekräftigt. Monika Pasternak, die sehr engagierte Beauftragte für die Partnerschaft aus dem Landratsamt in Schweidnitz, war anwesend und sorgte für den Abbau sprachlicher Hindernisse.

Am letzten Tag dieser beeindruckenden Polenreise stand ein Besuch in Glatz/Klotzko, der Partnerstadt Bensheims, auf dem Programm – eine Stadt mit einer über 1000-jährigen Geschichte geprägt von Deutschen, Tschechen und Polen. Nach einem überaus freundlichen Empfang im Rathaus durch den Bürgermeister der Stadt, Michael Piszko, besichtigten die Bergsträßer das Franziskaner-Kloster, gingen über die gotische Johannisbrücke, die gerne mit der Karlbrücke in Prag verglichen wird, zum historischen Marktplatz und zur Maria Himmelfahrt Kirche. Nachmittags stand dann die Besichtigung der Glatzer Festung auf dem Programm.

Den Abschluss des letzten Reisetages bildete ein gemeinsames Abendessen in Jedlina-Zdroj (Bad Charlottenbrunn), in dessen Verlauf sich Vorsitzender Vock bei Ewa Redemann für die perfekte Reiseorganisation bedankte. Sie habe dank ihrer perfekten Sprachkenntnisse einen sicheren Rückhalt dargestellt. Auch Norbert Golzer, so Vock, gebühre ein großes Dankeschön für die aktive Unterstützung bei der Reisegestaltung.

Die Reisteilnehmer nahmen eine Fülle von Eindrücken mit nach Hause an die Bergstraße und stellten einmal mehr fest, dass es sich sehr lohnt, für die deutsch-polnischen Beziehungen zu arbeiten. red

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