Bergstraße

Raus in den Garten Die heutige Folge der Serie beschäftigt sich mit allgemeingültigen Regeln / Mit tropfendem Blumenwasser haben sich sogar schon Gerichte beschäftigt

Von Grillen bis Gießen: Was auf dem Balkon erlaubt ist

Archivartikel

Bergstraße.Den Balkon in einen Großstadtdschungel verwandeln, ein Sonnensegel spannen und jeden Abend grillen – selbst auf dem eigenen Balkon müssen Mieter und Wohnungseigentümer gewisse Regeln befolgen. Was auf Balkon und Terrasse erlaubt ist, kann dabei in der jeweiligen Haus- oder Gemeinschaftsordnung noch weiter eingeschränkt werden.

Bepflanzung

Solange die Pflanzen den Balkon nicht überragen, sind Hobbygärtner in ihrer Auswahl frei. Bei Blumenampeln und Hängepflanzen ist jedoch zu beachten, dass diese so angebracht werden, dass sie den Nachbarn nicht beeinträchtigen. Zudem sollten sie gesichert werden, so dass sie bei stärkerem Wind nicht herabfallen. Lang wachsende Pflanzen sollten regelmäßig zurückgeschnitten werden. Efeu und an der Hauswand rankenden wilden Wein können Vermieter hingegen verbieten, da sie die Fassade beschädigen können. Grundsätzlich zählt bereits die Außenseite der Balkonbrüstung zur Hausfassade und ist daher nicht mehr Bestandteil des Mietobjekts. Selbst beim Gießen ist Rücksicht geboten: Herabtropfendes Wasser darf die unteren Nachbarn nicht stören. Selbst vor Gericht wurde ein solcher Fall bereits verhandelt und den unteren Mietern recht gegeben.

Grillen

Unter Nachbarn ist es wohl eines der häufigsten Streitthemen: Während die einen gerne jeden Abend den Grill befeuern würden, stören sich die anderen an Qualm und Geruch. So entschied das Amtsgericht Bonn, dass ein Grillabend im Monat in der Zeit von April bis September zulässig ist. Sechs Grillabende pro Jahr gesteht allerdings nicht jede Stadt zu. In München werden nur fünf Abende im Jahr toleriert, während Grillen in Stuttgart sogar nur dreimal beziehungsweise sechs Stunden im Jahr erlaubt ist. Der Vermieter kann allerdings das Grillen auf Balkon und Terrasse gänzlich verbieten, sofern dies auch im Mietvertrag vermerkt ist. Gibt es dazu keine Vereinbarung, gilt das Gebot der Rücksichtnahme: Demnach dürfen Gerüche und Rauch nicht in unzumutbarem Maße in die Wohnungen der Nachbarn gelangen. Alternativ können Balkonbesitzer auf einen Elektrogrill zurückgreifen.

Sonnen- und Sichtschutz

Einen Sonnen- oder Sichtschutz dürfen Mieter nur anbringen, sofern die Montage keine großen baulichen Veränderungen erfordert. In einem solchen Fall ist vorher das Einverständnis des Vermieters einzuholen. Kleinere Arbeiten wie das Bohren von Löchern und Anbringen von Dübeln oder Haken an der Wand sind jedoch erlaubt, beispielsweise um ein Sonnensegel aufzuhängen. Die Installation einer Markise muss hingegen mit dem Hauseigentümer besprochen werden. Wer bei einer gläsernen Balkonverkleidung einen Sichtschutz anbringen möchte, wählt eine Bastmatte, die mit der Höhe der Brüstung übereinstimmt. Erlaubt ist in der Regel, was den Gesamteindruck der Hausfassade nicht stört. Größere Sichtschutzwände sollten ebenfalls mit dem Vermieter abgeklärt werden.

Lärm

Nicht nur Grillgeruch, sondern auch Lärm kann Unmut in der Nachbarschaft auslösen. Wie für die Wohnung gelten für den Balkon die allgemeinen Ruhevorschriften. Ab 22 Uhr dürfen Musik und laute Gespräche nur noch in Zimmerlautstärke stattfinden.

Reinigung

Auch hier gelten die Regeln aus dem Wohnbereich. Der Mieter ist dafür zuständig, seinen Balkon zu reinigen. Abflusssiebe müssen ebenfalls regelmäßig von Laub befreit werden. red

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