Bergstraße

Gesundheit Erste Beigeordnete Diana Stolz misst Prävention große Bedeutung bei / Ärztin Reinhild Zolg als Beauftragte berufen

Vorbeugen ist besser als heilen

Archivartikel

Bergstraße.Die Informationstafeln zum Thema Zecken im Rhein-Neckar-Zentrum sind kaum abgebaut, da ist Reinhild Zolg schon wieder auf der Themenmeile „Gesundheit und Prävention“ auf dem Fürther Markt im Einsatz. Während sie im Viernheimer RNZ mit der Ausstellung möglichst viele der täglich 25 000 Besucher über Erkrankungen wie FSME und Borreliose informieren möchte, geht’s im Odenwald nicht nur um die durch Zecken übertragenen Infektionen, sondern auch darum, dass Besucher sich als Organspender registrieren lassen.

(Zahn-)Medizinerin Reinhild Zolg ist seit geraumer Zeit und mit voller Stelle Gesundheitspräventionsbeauftragte des Kreises Bergstraße und Mitarbeiterin von Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. Der Ersten Beigeordneten, die mit Dienstantritt vor zwei Jahren neben den Dezernaten Gremienmanagement und zentrale Dienste sowie Jugend und Arbeit auch den Geschäftsbereich Gesundheit und Verbraucherschutz verantwortet, war schnell klar geworden:

Zwei Säulen sind unverzichtbar

Gesundheitsversorgung – also die Ausstattung mit Ärzten oder Krankenhäusern – ist auch im südlichsten Landkreis Hessens ein großes Thema, aber die Präventionsarbeit darf als „zweite Säule“ nicht dahinter zurückstehen. Zumal die Gesundheitsämter einen gesetzlichen Auftrag zur Präventionsarbeit haben. Reinhild Zolg, Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes, ließ sich schnell von Diana Stolz dafür gewinnen, künftig ihr Hauptaugenmerk auf den vorbeugenden Gesundheitsschutz zu legen.

Sichtbare Ergebnisse der Intensivierung dieser Präventionsarbeit sind dabei längst nicht nur eindringliche (Impf-)Appelle, wie kürzlich im Rahmen eines Pressegesprächs zur „Europäischen Impfwoche“, oder das Versenden von Pressemitteilungen, wie beispielsweise aus Anlass des „Tages der Handhygiene“ am jüngsten Samstag, sondern eine Vielzahl von Vor-Ort-Projekten. Denn das Duo Stolz/Zolg ist sich einig: „Prävention funktioniert nur dann, wenn Sie die Themen in die Öffentlichkeit bringen.“ Und das heißt im besten Sinne der Formulierung „unter die Menschen“ und das möglichst mit Praxisbezug, weil man Erkenntnisse so am Besten verinnerlicht. Bestes Beispiel, wie Prävention funktionieren kann, ist die vom Kreis forcierte Etablierung eines jährlich wiederkehrenden „YOLO-Days“ an möglichst vielen Schulen des Landkreises. Die Abkürzung steht dabei für „You Only Live Once“ (= Du lebst nur einmal) und ist ein Appell an die Kinder und Jugendlichen, verantwortungsbewusst zu leben. Positiver Nebeneffekt: Damit werden auch die Erwachsenen zuhause erreicht, weil die Sprösslinge begeistert berichten, was sie – meistens spielerisch – gelernt haben.

Aufgegriffen werden an solche Projekttagen Themen wie beispielsweise gesunde Ernährung – zuletzt an der Mittelpunktschule in Gadernheim –, aber eben nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern durch gemeinsames Tun. Mittlerweile gibt es Angebote sowohl für Grundschulen als auch für weiterführende Schulen; mit im Boot sind zahlreiche Kooperationspartner, von den Bezirkslandfrauen über die Drogenberatung Prisma bis zur Polizei, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. „Reinhild Zolg ist eine hervorragende Netzwerkerin“, bescheinigt die Chefin ihrer Präventionsbeauftragten, die einen enormen Organisationsaufwand stemmt.

Wichtig ist anschließend die Evaluierung. Diana Stolz: „Das ist der Anspruch, den wir als Verwaltung an die Präventionsprojekte haben: Was kommt dabei herum, wie wird es angenommen?“ Überprüft wird mittels Feedbackbögen, nötigenfalls wird nachgesteuert. Die einstweilige (Zwischen-)Bilanz fällt jedoch durchweg positiv aus: Schüler von weiterführenden Schulen greifen Themen aus den Präventionsprojekten auf und schreiben ihre Abschlussarbeiten beispielsweise zum Thema Organspende.

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