Bergstraße

Straßenverkehr Das Polizeipräsidium Südhessen zieht Bilanz der zu Ende gegangenen Motorradsaison

Weniger verletzte Biker, aber acht Tote

Archivartikel

Darmstadt/Bergstraße.Drei getötete Motorradfahrer mehr als im Jahr 2019, aber insgesamt 24 verletzte Biker weniger als im Vorjahr – so lautet die Bilanz nach Ende der Motorradsaison in Südhessen. Während der diesjährigen Saison wurden 76 Biker mit Motorrädern schwer und 173 leicht verletzt. Acht Menschen verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

Im Jahr 2019 gab es 83 Schwerverletzte, 190 Leichtverletzte sowie fünf getötete Motorradfahrer. Ereigneten sich im Jahr 2019 noch insgesamt 364 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrern schwerer Maschinen – dazu zählen die Statistiker der Polizei Maschinen mit einer Motorisierung von mehr als 125 Kubikzentimetern – im Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen, waren es in diesem Jahr bislang 344 Unfälle.

Die meisten waren vernünftig

„Die überwiegende Anzahl der Motorradfans war wieder verantwortungsvoll und vernünftig auf den Strecken in Südhessen unterwegs und begrüßte die durchgeführten Kontrollen der Polizei, um – wie es ein Biker – formulierte: Die schwarzen Schafe herauszufischen“, heißt es in der Bilanz der Ermittler.

Insgesamt kontrollierten die Ordnungshüter in Südhessen rund 6000 Motorräder und damit fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Diesen Umstand sieht die Polizei „sicherlich“ auch als Folge „des durchaus erhöhten Aufkommens von Motorradfahrern zu Zeiten der Corona-Pandemie“. Immerhin 95 Fahrern drohen wegen erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen Fahrverbote.

Polizeipräsident Bernhard Lammel sagte dazu: „Die intensiven und sehr zahlreichen Motorrad-Kontrollen der Polizei waren nur durch das zusätzliche hohe Engagement unserer Beamten möglich. Vor dem Hintergrund der großen Einsatzbelastung der Kollegen in diesem Jahr ist dies nicht hoch genug einzuschätzen. Die Kontroll-Ergebnisse zeigen aber auch, dass sich die allermeisten Motorradfahrer an die Regeln halten.“

39 Motorräder stellte die Polizei bei den Überprüfungen an Ort und Stelle sicher – hauptsächlich, weil Manipulationen an den Auspuffanlagen bemerkt wurden. Bei insgesamt 65 Maschinen war aufgrund unzulässiger Veränderungen die Betriebserlaubnis erloschen. Positiv zu vermerken ist in diesem Zusammenhang, dass Alkohol oder Drogen bei Fahrern schwerer Motorräder überhaupt keine Rolle gespielt haben.

Auch im Jahr 2020 legten die Ordnungshüter erneut ein spezielles Augenmerk auf vermeidbaren Lärm, den Motorradfahrer verursachen und der Anwohner an stark frequentierten Strecken ganz besonders stört. Laute Maschinen mit ausgebauten DB-Killern wurden von der Polizei – wie bereits im Vorjahr – konsequent aus dem Verkehr gezogen. Polizeipräsident Lammel hat hierzu eine klare Meinung: „Bei technischen Veränderungen an den Motorrädern, ganz besonders bei Manipulationen an den Auspuffanlagen, gilt bei uns null Toleranz!“

Einen Appell richtet die Polizei aber auch an die Autofahrer: „Achten Sie besonders an Kreuzungen und Einmündungen unbedingt auf Motorradfahrer. Die Geschwindigkeit der motorisierten Zweiräder wird häufig unterschätzt und der Bremsweg bei Bikern ist in der Praxis meist länger, als man denkt.“ pol

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