Bergstraße

Medizin Aufklärungsarbeit im Kreis Bergstraße mit Ärzten, Rotem Kreuz und Gesundheitsamt

Werbung für die überlebenswichtige Organspende

Bergstraße.„Wenn man die Erzählungen von Menschen hört, die es direkt betrifft, dann schafft das eine ganz andere Nähe zum Thema“, berichtete Schulsprecherin der Alfred-Delp-Schule (ADS) Lampertheim, Theodora Nikolakopolou, dieser Tage, nachdem knapp 130 Neunt- und Zehntklässler der Schule an einem mehrstündigen Workshop teilgenommen hatten. Dabei informierten Ulrich Bergmann (Kreisgeschäftsführer des DRK Bergstraße), Uwe Korst (Vorsitzender des Vereins PKD Familiäre Zysternniere und selbst Organspende-Empfänger) sowie Dialysepatientin Patricia Meurer die Jugendlichen umfassend über das Thema Organspende. Mit dieser Aktion, die die Kreisverwaltung bereits zum vierten Mal in Folge an der Haupt- und Realschule durchgeführt hat, will der Kreis Bergstraße über dieses wichtige Thema aufklären.

„Ziel ist es, die Jugendlichen zu informieren und vor allem zu motivieren, sich eine Meinung zu bilden“, hebt die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz hervor. Kaum ein Jugendlicher wisse beispielsweise, dass man sich bereits mit 14 Jahren verbindlich gegen und ab 16 Jahren für eine Organ- und Gewebespende aussprechen kann.

„Umso wichtiger ist es deshalb, sich schon in jungen Jahren mit der Thematik zu beschäftigen, eine Entscheidung zu treffen und diese auch mit Familienangehörigen zu besprechen“, so Stolz. „Wie die Entscheidung letztendlich ausfällt, bleibt jedem selbst überlassen, wichtig ist vor allem, dass man sich entscheidet“, appellierte Stolz. Denn letztendlich sei jede Entscheidung, die im Ausweis dokumentiert oder auch im familiären Kreis besprochen wird, eine Hilfe für die Angehörigen, die im Notfall über eine Organentnahme entscheiden müssten. Den Verwandten könnte durch eine offene Kommunikation über das Thema Organspende eine große Bürde genommen werden. Diese wolle der Kreis mit seinen Aktionen fördern.

Anlass des Workshops an der ADS in Lampertheim war der Tag der Organspende – ein Aktionstag, der in Deutschland bereits seit 1983 an jedem ersten Samstag im Juni stattfindet und der die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses lebenswichtige Thema lenken soll.

Über 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ. Die Zahl der Spenden ist hierzulande zwischen 2010 und 2017 um zehn Prozent zurückgegangen und hat daher aktuell einen Tiefstand erreicht. „In Hessen sind die Zahlen glücklicherweise noch nicht rückläufig. Als Kreisgesundheitsdezernentin ist es mir dennoch ein Anliegen, für Aufklärung zu sorgen und die Menschen zu sensibilisieren“, sagt die Kreisbeigeordnete. Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verfügen derzeit 36 Prozent der Deutschen über einen Organspende-Ausweis. Im Frühjahr 2016 hatte der Wert noch bei 32 Prozent gelegen. 2012 gar bei 22 Prozent. red

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