Bergstraße

Lambrecht-Nachfolge Ein weiterer Bewerber ist nominiert

Wingerter ist der dritte SPD-Kandidat

Archivartikel

Bergstraße.Die Liste der Bewerber um die Nachfolge von Christine Lambrecht als Bundestagskandidat der SPD im Wahlkreis Bergstraße wächst. Nach Marlene Pfeifer und Zafar Khan ist nun Sven Wingerter der dritte im Bunde der Kandidaten. Der Unterbezirksvorstand hatte die Ortsvereine aufgerufen, Vorschläge zu machen, bevor bei einem Parteitag im November die Entscheidung gefällt wird. Neckarsteinach (Pfeifer) und Bensheim (Khan) folgten dem Aufruf ebenso wie jetzt die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der Bergsträßer SPD sowie die beiden SPD-Ortsvereine Mörlenbach und Wald-Michelbach, die Wingerter nominierten.

Markenkern der SPD hervorheben

Der 40-jährige Kreistagsabgeordnete betont, er wolle „den Markenkern der SPD als Partei der Arbeit und der sozialen Sicherheit wieder für die breite Mehrheit der Gesellschaft sichtbar machen und diesen gleichzeitig mit einer sozial-ökologischen Politik für konsequenten Klimaschutz und einer nachhaltigen Friedenspolitik verbinden“. In seiner Vorstellung weist Wingerter darauf hin, dass sein Sinn für soziale Gerechtigkeit stark durch seine Eltern geprägt sei. „Die Überzeugung, dass Sozialdemokratie als auch Gewerkschaften zusammengehören und ‚für uns kleinen Leute‘ da sind, war vor über 20 Jahren mein Antrieb, in die SPD, später auch in die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft einzutreten und ist seitdem das Hauptmotiv meiner politischen Arbeit“.

Engagierter Gewerkschafter

Beides verbindet Wingerter heute in seinen Funktionen als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Kreis Bergstraße und der AfA Bergstraße. „Ich stehe entschieden für gute Arbeit mit anständigen Löhnen und Gehältern: dafür müssen wir die Tarifbindung ausweiten, den Mindestlohn auf deutlich über zwölf Euro anheben, prekäre Beschäftigung und den Niedriglohnsektor zurückdrängen, soziale Berufe aufwerten, Hartz IV überwinden und betriebliche Mitbestimmung stärken“, so Wingerter. Er hält es für zwingend nötig, Verteilungsfragen und Steuergerechtigkeit offensiv anzugehen. Auch sei inakzeptabel, dass Frauen noch immer durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer verdienten. „Ich setze mich für eine echte Gleichstellungspolitik ein, das heißt: gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit.“

In Wald-Michelbach aufgewachsen

Sven Wingerter ist in Wald-Michelbach aufgewachsen, evangelisch und mit seinem Mann Markus verheiratet. Nach dem Abitur machte er seinen Studienabschluss in Politikwissenschaft und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Philipps-Universität Marburg. Seit 2013 arbeitet er bei der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation. Seit 2003 ist er Wald-Michelbacher Gemeindevertreter und dort seit 2018 Vorsitzender der SPD-Fraktion. Dem Kreistag gehört er seit 2007 an. Im SPD-Unterbezirksvorstand ist er seit 2003. red

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