Bergstraße

Europa-Union

„Wir bedauern den Brexit“

Archivartikel

Bergstraße.Wolfgang Freudenberger, Vorsitzender der überparteilichen Europa-Union im Kreis Bergstraße, erklärt zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union: „Wir bedauern den Brexit, denn unser Ziel ist ein föderaler europäischer Bundesstaat, der alle Europäerinnen und Europäer in Frieden und Freiheit vereint.“

Der Brexit sei und bleibe ein „historischer Rückschritt“, so Freudenberger, der hinzufügt: „Er wurde begünstigt durch Unwissen und Unwahrheiten, europaskeptischen und fremdenfeindlichen Populismus, der auch unser Land bedroht.“ Die Europa-Union setze sich für ein freiheitliches, demokratisches, vielfältiges Europa ein. „Wir werden die Verbindung zu den Menschen im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland halten und wo immer möglich ausbauen.“

Ein Generationenauftrag

Europa sei „auch und gerade auf der Basis von Städtepartnerschaften, des grenzübergreifenden Miteinanders von bürgerschaftlichen Vereinen, Sportbegegnungen und Jugendaustausch gewachsen. Daran wollen wir festhalten und bestehende Freundschaften zu Britinnen und Briten pflegen und neue anstreben.“

Das gemeinsame Haus Europa zu errichten, sei ein Generationenauftrag, der weder mit den Römischen Verträgen noch mit Maastricht oder Lissabon abgeschlossen war. „Das Brexit-Referendum von 2016 und der am 31. Januar erfolgende Austritt Großbritanniens geben keine endgültigen Antworten auf die Frage nach Großbritanniens künftigem Platz in Europa“, so Freudenberger.

Erwartungen an die Politik

Als europäisch engagierte Bürger erwarteten die Mitglieder der Europa-Union von der Politik auf allen Ebenen zweierlei: „Erstens muss nun alles darangesetzt werden, eine gute Lösung für die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien zu finden.“ Man dürfe nicht vergessen, dass in der EU wie im Vereinten Königreich die Lebensentwürfe von Millionen Bürgern vom Ausgang der nun anstehenden Verhandlungen abhängen. Für diese schwierigen Verhandlungen müsse allerdings auch klar sein, dass die EU keine Zugeständnisse machen darf, die sie selbst in Frage stellen würden. „Zweitens“, so Freudenberger abschließend, „erwarten wir zeitnah konkrete, mutige Schritte hin zu einem neuen Konvent, der die EU auf der Grundlage ihrer Werte und Ziele zukunftsfest macht. Die Konferenz über die Zukunft Europas kann nur der erste Schritt dazu sein und die angekündigte Bürgerbeteiligung darf kein Feigenblatt sein.“ red

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