Bergstraße

Konjunktur Südhessens Firmen trotzen dem Gegenwind

Wirtschaft braucht mehr Fachkräfte

Archivartikel

Darmstadt.Die südhessische Wirtschaft verfolgt die internationalen Handelsstreitigkeiten mit Aufmerksamkeit und Sorge. Vorbei ist auch die Zeit, als die Auftragsbücher der Industrie aus den Nähten platzten. Die Geschäftslage in Industrie, Handel und Dienstleistungen ist aber noch immer gut. Als größtes Risiko sehen die Unternehmen weiter die Lücken auf dem Fachkräftemarkt. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar für den Frühsommer, für die sie rund 1000 Unternehmen aus der Region befragt hat.

Geschäftsklima-Index erholt sich

Verglichen mit dem Jahresbeginn steigt der IHK-Geschäftsklimaindex um 0,9 Punkte und liegt nun bei 111,5 Punkten. „Südhessen ist noch immer auf Wachstumskurs“, sagte Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt, bei der Vorstellung des Berichts. Die Geschäftslage ist fast unverändert gut. 36 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage als gut, 53 Prozent als befriedigend, elf Prozent als schlecht. Der Saldo aus positiven und negativen Lageurteilen beträgt plus 25 Prozentpunkte. Das ist nur ein Prozentpunkt weniger als zum Jahresauftakt, aber sechs Punkte Rückgang seit dem vergangenen Herbst. „Der Druck im Kessel hat abgenommen. Den Unternehmen gelingt es zunehmend, den hohen Auftragsbestand in angemessenen Fristen abzuarbeiten.“

Verhalten optimistisch sind die Unternehmen beim Blick in die Zukunft. 16 Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, 17 Prozent stellen sich auf schlechtere Zeiten ein. „In Summe sind die Erwartungen ausgewogen. Angesichts des erreichten hohen Niveaus und der unübersichtlichen Lage auf den Weltmärkten erwartet niemand, dass die Bäume in den Himmel wachsen“, so Vetterlein weiter.

Unternehmen investieren

Auch im Frühsommer setzen die südhessischen Unternehmen auf Investitionen. „Die ausgeprägte Investitionsbereitschaft des vergangenen Jahres ist aber wieder vorbei“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. Auch verschieben sich die Motive. „Die Unternehmer investieren seltener als bisher mit der Absicht, ihre Kapazitäten auszuweiten. Geld fließt eher in den Umweltschutz und in die Entwicklung neuer Produkte“, ergänzt Peter Kühnl, Konjunkturexperte der IHK Darmstadt. „Die Unternehmen arbeiten an ihrer Zukunft“, so Kühnl weiter.

Konjunktur in den Regionen

Die Kreise Bergstraße und Darmstadt-Dieburg haben eine stabile industrielle Basis. Besonders prägend sind hier aber Baugewerbe und Handel. Das Baugewerbe meldet weiterhin Aufträge auf hohem Niveau. Der Einzelhandel ist zufrieden. Bei Investitionen hält er sich zurück, aber es sind Neueinstellungen geplant.

In Darmstadt geben die Dienstleister den Ton an. Ihnen geht es sehr gut, aber die Zukunft sehen sie verhalten. Sowohl unternehmensbezogene als auch personennahe Dienstleister wollen Mitarbeiter einstellen.

Im Kreis Groß-Gerau sind Industrie und Logistikdienstleister stark vertreten. Die Industrie meldet etwas weniger Aufträge aus dem In- und Ausland. Beim künftigen Exportgeschäft sieht die Industrie Licht und Schatten. Die Verkehrs- und Logistikdienstleister beurteilen ihre Geschäftslage als gut, aber der Blick auf die kommenden Monate ist kritisch.

Industrie und Baugewerbe bilden die wirtschaftliche Grundlage des Odenwaldkreises. Die Industrie meldet gute Zahlen. Bei Investitionen steht die Ampel auf Rot, Neueinstellungen gibt es nur wenige. Das Baugewerbe berichtet von guten Geschäften. red

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