Bergstraße

Klasse Kids BA-Redakteur Thorsten Matzner beantwortete Fragen von Viertklässlern der Felsenmeerschule

„Wozu sind die Löcher in der Zeitung da?“

Bergstraße.Wie viele Bilder kommen auf eine Seite? Warum ist eine Zeitung gefaltet? Und wozu sind eigentlich die kleinen Löcher da? Diesmal war der BA-Redakteur einmal nicht derjenige, der seine Interviewpartner mit Fragen löchert. Beim Besuch in der Felsenmeerschule beantwortete Thorsten Matzner alles, was die 26 Viertklässler wissen wollten. Jedenfalls fast alles. Bei der Frage, wie viele einzelne Buchstaben der Bergsträßer Anzeiger jeden Tag etwa umfasst, musste der Zeitungsmacher passen.

„Wir haben jedenfalls alle 26 aus dem Alphabet im Angebot“, so der Lokaljournalist augenzwinkernd, der beim BA hauptsächlich für die Ressorts Lautertal und Lindenfels zuständig ist.

Zum Finale des vierwöchigen Projekts „Klasse Kids“ war Matzner zu Gast in einer speziellen Unterrichtsstunde, um sich mit den Grundschülern darüber zu unterhalten, wie die Tageszeitung entsteht und wer daran mitarbeitet. Über 100 Köpfe helfen dabei, die Lektüre jeden Morgen so knackig frisch wie das Frühstücksbrötchen auf den Tisch zu bringen. Darunter nicht nur Redakteure, Autoren und Fotografen am Bildschirm oder an der Nachrichtenfront, sondern auch Techniker, Drucker und Zusteller, die dafür sorgen, dass der BA immer pünktlich, trocken und hübsch gefaltet im Briefkasten landet.

Aus unterschiedlichsten Quellen

Weil der BA im sogenannten Rheinischen Format (35 mal 51 Zentimeter) – dem zweitgrößten überhaupt – ein ziemlich sperriges „Buch“ ist, wird es zum leichteren Transport einmal in der Mitte zusammengeklappt. Zwischen vier und sechs Uhr in der Früh sollte jeder Abonnent seine tägliche Infosendung im Briefkasten haben, sagte Thorsten Matzner im Klassenzimmer. Gedruckt wird bereits gegen 23 Uhr am Vorabend in der Mannheimer Druckerei, wo noch viele weitere Zeitungen und Beilagen der Verlagsgruppe und anderen Auftraggebern vom Band laufen.

Die kleinen Löcher an der Unterseite sind übrigens dazu da, um die Zeitung – wie die Wäsche auf der Leine – aufzuhängen. Denn sobald sie gedruckt ist, muss sie noch zurechtgeschnitten werden. Dafür werden die Seiten mit Krallen auf der Rotationsmaschine festgehalten. Dabei entstehen die Löcher.

„Wie kommt ihr an die vielen Informationen heran?“, wollte ein Schüler wissen. Der Redakteur berichtete, dass andauernd internationale Nachrichtenmeldungen aus der ganzen Welt über Agenturen ins Medienhaus flattern. Diese Agenturen sammeln und verbreiten die Infos. Bei lokalen und regionalen Themen sieht es anders aus. Die kommen über Pressemitteilungen von Vereinen, politischen Parteien oder anderen zur Zeitung, die dann wiederum entscheidet, ob und in welcher Form sie weiter verarbeitet werden. Regelmäßig sind Mitarbeiter bei Vereinsversammlungen dabei, sprechen mit Kommunalpolitikern oder recherchieren ein Thema. Die Artikel werden von Redaktionsmitgliedern redigiert (zur Kontrolle gelesen) und meistens neben einem Foto auf der jeweiligen Seite veröffentlicht.

Eine Zeitung – viele „Bücher“

Was in Reichenbach passiert, erscheint auf der Lautertal-Seite. Fußballberichte im Lokalsport, Aktienkurse im Wirtschaftsteil, Konzerte auf der Kulturseite und so weiter.

Die Schüler der Felsenmeerschule haben sich während „Klasse Kids“ auch mit den einzelnen Ressorts beschäftigt, haben journalistische Formate (Interview, Kommentar etc.) kennengelernt und erfahren, dass man zusammengefasste Zeitungsseiten, die sich aus den einzelnen gefalzten Druckbogen ergeben, „Bücher“ nennt. Auch, wenn sie nicht gebunden sind. „Das wäre zu teuer für ein kurzlebiges Produkt wie die Tageszeitung“, so Thorsten Matzner, der beim BA zunächst als Freier Mitarbeiter gearbeitet hat und später nach einer Redaktionsausbildung (Volontariat) fest eingestiegen ist.

Die Arbeit sei sehr abwechslungsreich und spannend, weil man immer neue Menschen kennenlerne, so der Zeitungsmann im Klassensaal, wo die Kinder viele Fragen vorbereitet hatten. Unter anderem wollten sie wissen, wie alt der Bergsträßer Anzeiger sei. Als Geburtsstunde gilt das Jahr 1832. Damals wurde der erste Vorläufer des heutigen BA veröffentlicht. Später hieß die Zeitung dann einige Jahrzehnte Bergsträßer Anzeigenblatt.

Seit ein paar Jahren erscheint die Zeitung auch in einer digitalen Version. Einige Grundschüler kannten die Online-Ausgabe bereits. Doch die gedruckte Zeitung sei „irgendwie spannender“, so ein junger Leser, der von dem komplexen Produktionsprozess ziemlich fasziniert war. Dass die Zeitung als journalistisches Frischeerzeugnis bald wieder im Altpapier landet, findet er nicht schlimm. „Das wird ja recycelt für die Zeitung von morgen.“

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